Diepgen contra Momper: Hauptstadtderby mit oder ohne Fans?

Berlin - Das Hauptstadtderby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC wirft längst seine Schatten voraus, auch wenn die Bundesliga zurzeit wegen einer Länderspielpause pausiert. Neben den sportlichen Aspekten kam jüngst auch die Frage nach einer Rückkehr der Fans auf.

Die ehemals Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (79, CDU, l.) und Walter Momper (76, SPD), haben über das Für und Wider einer Rückkehr der Fans beim Hauptstadtderby diskutiert. (Archivfoto)
Die ehemals Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (79, CDU, l.) und Walter Momper (76, SPD), haben über das Für und Wider einer Rückkehr der Fans beim Hauptstadtderby diskutiert. (Archivfoto)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das am Ostersonntag (18 Uhr/Sky) angesetzte Spiel im Stadion An der Alten Försterei stand aufgrund der mittlerweile gekippten "Osterruhe" sogar kurzzeitig vor einer Absage.

Mittlerweile ist klar: Das Derby wird stattfinden, allerdings als Geisterspiel!

In diese Diskussion haben sich nun auch zwei Grandseigneurs der Berliner Politik eingeschaltet: die ehemals Regierenden Bürgermeister Walter Momper (76, SPD) und Eberhard Diepgen (79, CDU).

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In einem B.Z.-Artikel diskutierten sie über das Für und Wider der Fan-Rückkehr unter Corona-Bedingungen.

Momper lehnt Fans im Stadion weiterhin ab, denn "Das größte Problem bei allen Massenveranstaltungen ist ja nicht das Sitzen im Stadion auf Distanz, sondern das Zusammentreffen bei der Anfahrt und bei der Abfahrt vom Stadion", so der SPD-Politiker.

Dieses Problem müsse so gelöst werden, dass es dabei nicht zu Ansteckungen im großen Stil komme. In diesem Zusammenhang sei natürlich auch das Testen aller Zuschauer vor einem Spiel äußerst wichtig, da hierdurch das Risiko erheblich sinke.

Walter Momper findet es im Gegensatz zu Eberhard Diepgen richtig, das Derby ohne Fans zu spielen

Beim Hauptstadtderby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC werden die Ränge im Stadion An der Alten Försterei am Ostersonntag weiterhin leer bleiben.
Beim Hauptstadtderby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC werden die Ränge im Stadion An der Alten Försterei am Ostersonntag weiterhin leer bleiben.  © picture alliance / dpa

Natürlich wäre es "ja wirklich wieder schön, wenn der Fußball vor größerem Publikum gespielt werden könnte. Das wäre gut für die Bundesliga, das wäre gut für die Vereine, das wäre gut für die Fans des Fußballspiels. Aber es sollte schon sicher sein", betonte der 76-Jährige.

Diepgen vertritt, wie könnte es auch anders sein, eine gegenteilige Meinung. Nach einem Pilotprojekt für Theater- und Konzertsäle sehe er keinen zwingenden und rechtlich zulässigen Unterschied zwischen Sport- und Kulturveranstaltungen.

"Warum sollen bei einem sorgfältig ausgedachten und auch schon in Teilen erprobten Hygiene-Konzept von Union keine Zuschauer an dem Derby teilnehmen?", fragt der CDU-Politiker.

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"Im Deutschen Fußball gab es bereits außerhalb von Berlin und der 1. Bundesliga 'zur Probe Spiele' mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern. Ich will dem Sport- und Innensenator Mut machen, seinem Kollegen im Kulturressort in Sachen einer vorsichtigen Öffnungsstrategie nachzueifern", fährt Diepgen fort.

Diese Position würden vermutlich auch die Fans der Eisernen unterstützen, die sich wohl nichts sehnlicher als eine Rückkehr in ihre heiß geliebte Alte Försterei wünschen. Schließlich spielt ihr 1. FC Union eine herausragende Saison, die sie bis auf wenige Ausnahmen nur am heimischen Bildschirm verfolgen konnten.

Die Teilnahme von Zuschauern beim Derby ist aber anscheinend vom Tisch. Im nächsten Heimspiel der Köpenicker am 29. Spieltag gegen den VfB Stuttgart könnte dann vielleicht der nächste Anlauf für ein Pilotprojekt genommen werden.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa, picture alliance / dpa (Bildmontage)

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