Ganz großes Tennis: Union Berlin landet historischen Eta-Sieg bei Ex-Coach Fischer
Berlin - Marie-Louise Eta darf nach einem 3:1 (1:0)-Sieg bei Mainz 05 ihren ersten Bundesliga-Sieg mit Union Berlin feiern. Ausgerechnet bei ihrem Ex-Coach Urs Fischer landen die Eisernen den historischen Erfolg.
Den Köpenickern merkte man an, dass der Druck nach Erreichen des Klassenerhalts abgefallen war. Die Eta-Truppe trat von Beginn an mutig auf und versuchten, nach vorn zu spielen.
Die erste Großchance hatten die Gäste dann aber wieder einmal nach einer Ecke. Andrej Ilic scheiterte nach zehn Minuten mit einem wuchtigen Kopfball am glänzend reagierenden FSV-Keeper Robin Zentner.
Zehn Zeigerumdrehungen später sorgten die Union-Fans für eine Unterbrechung: Mit Tennisballwürfen protestierten sie gegen die vielen Spielansetzungen am Sonntag.
Nach der unfreiwilligen Pause kamen die Hausherren zunächst besser auf. Am Ende sorgte dann aber doch ein Standard für die verdiente FCU-Führung. Ilic belohnte sich in der 38. Minute für seinen starken Auftritt und nickte Kemleins Halbfeldflanke nach einem kurz ausgeführten Eckball zum 1:0 in die Maschen.
In der äußerst üppigen zwölfminütigen Nachspielzeit, die der Tennisball-Pause geschuldet war, prüften Kaishu Sano für Mainz und Livan Burcu für die Berliner noch einmal die gegnerischen Torhüter. Am Ende blieb es bei der verdienten FCU-Pausenführung.
Mainz 05 dreht nach der Pause auf, Union Berlin schlägt in der Schussphase zurück
Die hielt aber nicht lange an, denn die Gastgeber erwischten einen Traumstart in die zweite Halbzeit: Ausgerechnet Ex-Unioner Sheraldo Becker drückte die Kugel drei Minuten nach Wiederanpfiff nach einer Maß-Flanke von Paul Nebel über die Linie.
Den Jubel verkniff sich der Flügelflitzer aus Respekt vor seinem alten Arbeitgeber. Apropos Ex-Klub: Urs Fischer muss in der Kabine die passenden Worte gefunden haben, denn die 05er traten jetzt ganz anders auf.
Nur einer Glanzparade von Carl Klaus war es zu verdanken, dass der 1. FC Union nicht durch einen Doppelschlag ins Hintertreffen geriet. Kurz darauf wurde ein Traumtor von Phillip Tietz wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen.
Fischer kündigte im Vorfeld an, keine Geschenke verteilen zu wollen - und hielt Wort. Die Rheinhessen waren jetzt klar spielbestimmend und kamen immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Die Schlussphase gehörte dann aber wieder dem Hauptstadtklub. Erst knallte Ilic die Kugel nach einem Konter ans Lattenkreuz, bevor Oliver Burke Union wieder in Front schoss.
Der Schotte drehte sich kurz vor Schluss im Strafraum um seinen Gegenspieler und donnerte das Spielgerät mit links ins Netz. In der Nachspielzeit machte Joker Josip Juranovic nach einem weiteren Konter den Deckel drauf.
Statistik zum Spiel zwischen Mainz 05 und Union Berlin
Bundesliga, 33. Spieltag
FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin 1:3 (0:1)
Aufstellung FSV Mainz 05: Zentner - da Costa (16. Potulski), Posch, Kohr - Caci (70. Veratschnig), Sano, Mwene - Nebel (70. J.-s. Lee), Amiri - Tietz (81. Weiper), Becker (81. Sieb)
Aufstellung 1. FC Union Berlin: C. Klaus - Trimmel (81. Juranovic), Leite, Doekhi, Rothe (60. Köhn) - Khedira, Kemlein - Burke (89. Skarke), Ansah (60. Schäfer), Burcu (60. Jeong) - Ilic
Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)
Zuschauer: 32.600
Tore: 0:1 Ilic (38.), 1:1 Becker (48.), 1:2 Burke (88.), 1:3 Juranovic (90.+1)
Gelbe Karten: Caci (3), J.-s. Lee (4) / Köhn (5)
Titelfoto: Torsten Silz/dpa (Bildmontage)

