Oben hui, unten pfui: Überrascht Union jetzt auch bei RB Leipzig?
Berlin - Klappt's für Marie-Louise Eta (34) im zweiten Spiel mit den ersten Punkten? Viel spricht auf den ersten Blick nicht für Union Berlin. RB Leipzig ist klar auf Kurs Königsklasse. Die letzten vier Spiele am Stück konnten allesamt gewonnen werden. Die Eisernen hingegen sind das drittschlechteste Team der Rückrunde.
Zuletzt mussten sie eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Das Debüt von Eta ging mit 1:2 gegen Wolfsburg in die Hose - und doch ist das Spiel auch gleichzeitig Mutmacher.
Für Union-Verhältnisse spielten die Hausherren wie entfesselt. Die Köpenicker waren klar überlegen, doch 27 Torschüsse und teilweise beste Gelegenheiten sollten nur für ein Tor reichen.
"Die Leistung am Samstag gegen Wolfsburg hat schon gezeigt, was möglich ist. Klar, das Ergebnis war am Ende nicht gut, da waren wir alle unzufrieden, aber die Art und Weise, wie wir da aufgetreten sind, das war ein sehr, sehr guter Schritt in die richtige Richtung", so Eta. "Wir wissen aber auch, dass in Leipzig noch mal eine andere Mannschaft auf uns zukommt, die eben sehr, sehr gut drauf ist."
Genau das könnte Union aber in die Karten spielen. Während die Berliner gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller gerne Punkte liegen lassen, tun sie sich gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte leichter. Das bekam auch schon der Dosenklub zu spüren. Beim 3:1 im Dezember zeigte Union die wohl beste Saisonleistung.
Statistik spricht leicht für Union Berlin
Es wäre passend zur Saison, wenn die Eisernen dann, wenn es keiner erwartet, nun auch in Leipzig (20.30 Uhr/Sky) punkten. Wie schon in Freiburg (1:0) oder zu Hause gegen Leverkusen (1:0). Auch Eta gibt sich selbstbewusst: "Die Mannschaft hat schon gezeigt, dass man Leipzig schlagen kann. Wir fahren mit einem guten Gefühl dahin und wollen Leipzig ärgern."
Die Statistik gibt ihr recht. Bisher siegten die Köpenicker in der obersten nationalen Klasse sechsmal, verloren aber nur fünf Partien, zwei Spiele endeten torlos. Von den letzten zehn Ligaspielen konnte RB sogar nur zwei gewinnen.
Ein Sieg wäre Gold wert, will man nicht noch weiter unten reinrutschen. Das aber droht bei einer Niederlage. Sechs Punkte trennen Union auf Platz elf vom Relegationsrang. Gewinnt St. Pauli beim Tabellenletzten Heidenheim könnte doch noch mal gezittert werden.
"Es gab schon schwierigere Situationen, aber trotzdem wissen wir auch, dass es jetzt schon wichtig ist zu punkten, und wir wollen unbedingt punkten", so Eta.
Groß gerechnet wird dennoch nicht. "Noch sind sieben Mannschaften hinter uns. Es bringt ja auch - auch wenn wir die Tabelle alle kennen - sich die Konstellation da irgendwie anzugucken, sondern wir wollen einfach schauen, dass wir unsere Leistung bringen."
Titelfoto: Soeren Stache/dpa

