Etas historisches Debüt für Union Berlin versaut: Eiskalte Wölfe als Spielverderber

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Berlin - (Bundesliga-)historisches Debüt ohne Happy End: Marie-Louise Eta musste sich in ihrem ersten Spiel als Cheftrainerin von Union Berlin mit 1:2 (0:1) gegen den akut abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg geschlagen geben. Für den Hauptstadtklub könnte es jetzt noch einmal eng im Kampf um den Klassenerhalt werden.

Marie-Louise Eta (l.) stand bei ihrem ersten Spiel als Bundesliga-Trainerin natürlich im Mittelpunkt des Medien-Interesses.
Marie-Louise Eta (l.) stand bei ihrem ersten Spiel als Bundesliga-Trainerin natürlich im Mittelpunkt des Medien-Interesses.  © Andreas Gora/dpa

Eta wirkte trotz der historischen Bedeutung der Partie und des Hypes um ihre Person gelassen und selbstbewusst im Interview vor Spielbeginn - wurde von den Fans in der Kurve frenetisch gefeiert.

Dieses Selbstbewusstsein zeigte sich auch in der Aufstellung, denn sie brachte mit Andrej Ilic, Oliver Burke und Ilyas Ansah gleich drei Angreifer von Beginn an.

Gebracht hat die neue Offensiv-Power zunächst aber nichts. Die Gäste kontrollierten die Anfangsphase mit viel Ballbesitz - es waren zeitweise fast 90 Prozent - ohne sich echte Torchancen zu erspielen.

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1. FC Union Berlin Union Berlins Wunderkind bekommt erstes Preisschild verpasst

Beinahe folgerichtig gingen die Wölfe dann nach elf Minuten per Traumtor in Führung. Patrick Wimmer durfte quasi ungehindert durchs eiserne Mittelfeld marschieren und donnerte die Kugel aus rund 20 Metern äußerst sehenswert mit dem rechten Außenrist ins linke Eck.

Ansah hätte unmittelbar Antworten können, scheiterte vier Zeigerumdrehungen später nach einem Freistoß mit seinem zu unplatzierten Schuss jedoch an Maskenmann Kamil Grabara im Tor der Niedersachsen.

Bis zur Pause entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung ohne nennenswerte Abschlüsse auf beiden Seiten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff bewahrte Frederik Rönnow sein Team vor einem höheren Rückstand. Der Däne konnte nach einem überraschenden Hammer von Aaron Zehnter aus spitzem Winkel gerade noch die Fäuste hochreißen.

Patrick Wimmer (2.v.r.) nimmt per Außenrist Maß und jagt den Ball unhaltbar zur Wölfe-Führung in die Maschen der Berliner.
Patrick Wimmer (2.v.r.) nimmt per Außenrist Maß und jagt den Ball unhaltbar zur Wölfe-Führung in die Maschen der Berliner.  © ODD ANDERSEN / AFP

Union Berlin mit fatalem Tiefschlaf nach Wiederanpfiff, Anschlusstreffer kommt zu spät

Die Wolfsburger konnten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit das vorentscheidende 2:0 durch Dzenan Pejcinovic (3.v.r.) feiern.
Die Wolfsburger konnten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit das vorentscheidende 2:0 durch Dzenan Pejcinovic (3.v.r.) feiern.  © Andreas Gora/dpa

Die Köpenicker hatten sich in der Pause sicherlich viel vorgenommen, verpennten den Start in die 2. Halbzeit aber komplett, denn nach 29 Sekunden zappelte das Kunstleder zum zweiten Mal im Netz der Hausherren.

Danilho Doekhis Klärungsversuch wurde geblockt und von Christian Eriksen direkt auf Dzenan Pejcinovic weitergeleitet, dessen Schlenzer unhaltbar rechts unten einschlug.

Auf der Gegenseite scheiterte erneut Ansah mit einem seiner Distanzschüsse und Christopher Trimmels gefährlicher Freistoß fand keinen Abnehmer.

Startet Union Berlins Wunderkind jetzt richtig durch?
1. FC Union Berlin Startet Union Berlins Wunderkind jetzt richtig durch?

Das Anschlusstor für die Eisernen wollte einfach nicht fallen. Nach 56 Minuten setzte Ilic einen Kopfball nach Trimmel-Flanke an den linken Pfosten. Der Österreicher sorgte mit seinen Hereingaben und Standards immer wieder für Gefahr.

Union hatte jetzt zwar mehr vom Spiel und rannte teilweise wütend an, dennoch fehlten wie so oft Durchschlagskraft und Effizienz im Angriff. Die Gastmannschaft hatte nach dem frühen 0:2 keinen Torschuss mehr auf der Habenseite und verlagerte sich voll und ganz aufs Kontern.

In der 85. Minute sendete der FCU dann noch einmal ein Lebenszeichen. Burke konnte endlich sein Tempo ausspielen und nach einem langen Schlag von Ilic allein auf Grabara zustürmen. Der Schotte schob die Pille souverän rechts unten in den VfL-Kasten.

Der Anschlusstreffer kam aber letztendlich zu spät. Zwar rannte die Eta-Truppe jetzt immer wieder an, konnte den bärenstarken Grabara aber letztendlich nicht mehr überwinden, der in der Nachspielzeit einen Schuss von Doekhi mit dem Fuß parierte und dem VfL den Sieg rettete.

Sieht aus wie ein Elfmeter, ist aber keiner: Oliver Burke (r.) schiebt die Kugel überlegt zum Anschlusstreffer ins VfL-Tor und lässt Keeper Kamil Grabara (l.) keine Chance.
Sieht aus wie ein Elfmeter, ist aber keiner: Oliver Burke (r.) schiebt die Kugel überlegt zum Anschlusstreffer ins VfL-Tor und lässt Keeper Kamil Grabara (l.) keine Chance.  © Andreas Gora/dpa

Statistik zum Spiel zwischen Union Berlin und dem VfL Wolfsburg

Bundesliga, 30. Spieltag

1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg 1:2 (0:1)

Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Querfeld, Leite - Kemlein (75. Schäfer), Khedira (88. Burcu) - Trimmel (88. Haberer), Rothe (68. Köhn) - Ansah (68. Skarke) - Burke, Ilic

Aufstellung VfL Wolfsburg: Grabara - Vavro, Belocian, Koulierakis - Maehle, Eriksen (86. Arnold), Vini Souza, Zehnter (90.+3 Jenz) - Amoura (71. Daghim), Wimmer (71. Gerhardt) - Pejcinovic (90.+3 Shiogai)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Wimmer (11.), 0:2 Pejcinovic (46.), 1:2 Burke (86.)

Gelbe Karten: Khedira (7) / Belocian (3)

Marie-Louise Eta baut ihre Schützlinge nach der unglücklichen Niederlage auf.
Marie-Louise Eta baut ihre Schützlinge nach der unglücklichen Niederlage auf.  © Andreas Gora/dpa

Titelfoto: ODD ANDERSEN / AFP, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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