Union Berlin: Warum Doekhi und Leite immer noch da sind
Berlin - Es war diesmal ein sehr ruhiger Deadline Day bei Union Berlin - keine Zugänge, keine Abgänge, auch nicht von Danilho Doekhi oder Diogo Leite (27), obwohl beide doch eigentlich heiß begehrt gewesen sein sollen.
Damit haben die Eisernen auch ihre letzte Chance vertan, mit ihren Star-Innenverteidigern Kasse zu machen, denn beide wollen den Verein im kommenden Sommer verlassen - ablösefrei.
Das hat natürlich Vorteile für die Spieler und selbstverständlich auch die Berater, denn bei Transfers dieser Art fließt gern ein gutes Handgeld, das man sich dann in die eigene Tasche stecken kann.
Sportlich wäre es aber natürlich ein herber Verlust für die Köpenicker gewesen, wenn einer oder im Worst Case sogar beide Abwehrmänner den Klub im Winter verlassen hätten - und der hätte sich dann auch finanziell auswirken können, wie Horst Heldt (56) in einer Medienrunde erklärte.
"Ein Abstieg kostet 50 Millionen Euro", betonte der Union-Manager. Jeder Tabellenplatz mache dabei etwas aus. "Da bewegen wir uns schon zwischen 1,5 und drei Millionen Euro pro Platzierung", konkretisierte er.
Für Doekhi, den die Berliner im Sommer 2022 immerhin selbst ablösefrei von Vitesse Arnheim holten, sollen laut Heldt im Sommer zwar Angebote vorgelegen haben, man habe sich aber letztendlich nicht einigen können.
Keine Einigung bei Doekhi, keine Angebote für Leite
Und auch am vergangenen Sonntag soll ein Verein noch einmal angeklopft haben. "Es gab aber Gründe, weshalb das nicht zustande gekommen ist und wir nicht weiter in die Gespräche gegangen sind", hielt sich der Funktionär bedeckt.
Und Leite? Der habe bei vielen Vereinen auf der Liste gestanden. "Aber wahrscheinlich hat es bei den Klubs für die Position mehrere Kandidaten gegeben", mutmaßte der 56-Jährige. Für den Portugiesen sei jedoch nie ein schriftliches Angebot abgegeben worden.
"Dann haben sie sich schlussendlich für wen anders entschieden", spekulierte der Geschäftsführer. Auch im Sommer habe es kein Angebot von anderen Vereinen gegeben, auf das der FCU hätte reagieren können.
Und so muss der Hauptstadtklub seine beiden wichtigen Säulen im Sommer wohl ohne finanzielle Gegenleistung ziehen lassen, was insbesondere im Fall von Leite bitter ist, für den man nach einer Leihe dem FC Porto im Sommer 2023 kolportierte sieben Millionen Euro auf den Tisch geblättert hat.
Und womöglich könnte es dann in der nächsten Saison auch noch ein unangenehmes Wiedersehen mit dem Abräumer geben, denn der soll nach Informationen von Transfer-Guru Gianluca Di Marzio bei Borussia Dortmund hoch im Kurs stehen - als möglicher Ersatz für Nico Schlotterbeck (26).
Titelfoto: Soeren Stache/dpa, ODD ANDERSEN / AFP, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

