Union Berlins Khedira auf Weg zur WM: Was sein Bruder damit zu tun hat

Berlin - Mit seinem Tor und einer insgesamt starken Leistung beim 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen hat Rani Khedira (32) sich nicht nur den "Didi-Man" verdient, sondern auch eine aussagekräftige Visitenkarte abgegeben.

Rani Khedira (32) könnte in der Länderspielpause im März erstmals für Tunesien auflaufen.
Rani Khedira (32) könnte in der Länderspielpause im März erstmals für Tunesien auflaufen.  © Soeren Stache/dpa

Denn im Publikum bei Union Berlins erstem Sieg im Jahr 2026 saß auch Michael Hefele (35) – seines Zeichnens Co-Trainer der tunesischen Nationalmannschaft –, um den Routinier aus nächster Nähe selbst zu begutachten.

Und was er gesehen hat, dürfte dem 35-Jährigen durchaus gefallen haben, sodass sich Khediras WM-Traum im fortgeschrittenen Fußballer-Alter vielleicht doch noch erfüllen könnte.

Der 32-Jährige besitzt neben der deutschen nämlich auch die tunesische Staatsbürgerschaft und strebt zurzeit einen Verbandswechsel an, denn bis zur U19 durchlief der eiserne Mittelfeldmotor sämtliche Junioren-Nationalmannschaften beim DFB – trug insgesamt 13 Mal das Trikot mit dem Adler auf der Brust.

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Dem stolzen Vogel würde er auch weiterhin treu bleiben, dann allerdings als "Adler von Karthago", wie die tunesische Nationalmannschaft auch genannt wird. Steffen Baumgart (54) würde diese späte Berufung begrüßen, allerdings gibt er auch zu bedenken, dass bis zur WM in Kanada, Mexiko und den USA noch ein weiter Weg vor seinem Schützling liegt.

Rani Khedira nimmt Nachhilfe bei seinem Bruder Sami Khedira

Sami Khedira (38) stand zuletzt für Hertha BSC in der Bundesliga auf dem Platz, bevor er im Sommer 2021 seine Karriere beendet hat.
Sami Khedira (38) stand zuletzt für Hertha BSC in der Bundesliga auf dem Platz, bevor er im Sommer 2021 seine Karriere beendet hat.  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

"Die Zielsetzung ist klar für ihn, wir würden uns sehr freuen, wenn er das hinbekommt", unterstrich der Union-Coach, der auch eine Erklärung für Khediras neu entdeckte Torgefahr parat hatte. Gegen die Werkself erzielte der Rechtsfuß bereits seinen fünften Saisontreffer und stellte damit einen persönlichen Rekord auf.

"Ich glaube, das kommt ein bisschen daher, weil Rani vorher sehr, sehr defensiv war, eigentlich immer der Sechser, der tief war. Jetzt haben wir mit Joschi jemanden, der tiefer ist", erklärte Baumgart Ranis veränderte Rolle an der Seite von Aljoscha Kemlein (21).

Der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zukünftige tunesische Nationalspieler hatte selbst aber auch noch eine andere Erklärung parat. Er habe Nachhilfeunterricht genommen, unter anderem auch bei seinem Bruder.

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"Ich habe mir vor der Saison Videos angeschaut von Top-Spielern, die das gut machen und an meiner Abschluss-Effizienz gearbeitet", sagte der gebürtige Stuttgarter. Dabei habe er sich insbesondere Szenen von Chelseas Enzo Fernandez (25) angeschaut, aber auch von seinem Bruder Sami Khedira (38) oder Bayerns Leon Goretzka (31).

Scheint geholfen zu haben, denn mittlerweile hat Rani Khedira nach Toren mit seinem berühmten Bruder sogar gleichgezogen – zumindest in der Bundesliga. Beide Brüder stehen zurzeit bei 14 Treffern und der jüngere kann ja noch nachlegen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa, Michael Sohn/POOL AP/dpa (Bildmontage)

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