Union Berlins Mega-Talent vor Bundesliga-Debüt? "Der Junge wird ..."
Berlin - Erst am gestrigen Mittwoch ist Linus Güther 16 Jahre alt geworden – winkt Union Berlins neues Wunderkind gegen den 1. FC Heidenheim sogar schon das Debüt in der Bundesliga?
Die formalen Voraussetzungen hat der Youngster damit für die Freigabe im deutschen Profi-Fußball zwar erfüllt, allerdings muss jetzt auch noch Steffen Baumgart (54) mitspielen.
In der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) hat der Union-Coach am Donnerstag aber erst einmal ein wenig auf die Euphorie-Bremse getreten.
"Der Junge wird in den Kader kommen können, der Junge wird spielen können – ob es dann am Samstag ist? Also Leute, der ist jetzt [...] 16 geworden", mahnte der Union-Coach zur Geduld. Den offiziellen Spieltags-Kader werden die Eisernen am Freitag bekannt geben.
"Da wissen wir, dass wir ein sehr, sehr großes Talent in unseren Reihen haben, aber ich finde, genau das ist ja dann auch, wo wir drauf achten müssen, dass wir [...] auch wissen, wie wir damit umgehen", betonte der 54-Jährige.
Für den Trainer wäre das mehr als eine Auszeichnung gewesen, mit 16 Jahren im Bundesliga-Kader dabei zu sein und "mit den großen Jungs" Mittag essen und frühstücken zu gehen, anerkannt zu werden "und das hat er sich jetzt schon erarbeitet".
Steffen Baumgart legt bei Linus Güther viel Wert auf schulische Ausbildung
Das sei doch schon einmal ein Riesenschritt, meinte Baumgart. "Ich finde, wir sollten das behutsam machen. Aber ich bin mir relativ sicher, dass wir den Jungen nicht aufhalten werden", stellte er fest.
Güther habe jetzt noch etwa 20 Jahre Zeit, um professionell Fußball zu spielen, daher sei es wichtig, jetzt behutsam mit dem Mega-Talent umzugehen. Und in erster Linie sollte das Augenmerk nach Meinung des Dreifach-Papas natürlich auf der schulischen Ausbildung liegen.
"Ich weiß, dass die Schule sehr wichtig ist – das ist das, was der erste Zukunftsschritt ist und dann gucken wir, wir weit wir das dann mit dem Fußball integrieren können", unterstrich der Fußballlehrer.
Wann immer er die Möglichkeit habe, mitzutrainieren, wolle man das möglich machen, "aber ich finde, wir sollten schon das ganze auch nicht nur als Fußballer im Auge haben, sondern eben auch als kleine Persönlichkeit", hob er die Entwicklung abseits des Sportlichen hervor.
Klingt also erst einmal eher nicht nach einer schnellen Premiere in der Bundesliga, zumal am Sonntag die Osterferien enden und ab Montag der schulische Ernst des Lebens wieder beginnt.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

