Bundesliga-Stars müssen bittere WM-Pille schlucken
Berlin - Das tut weh: Am Dienstag hat Ghana seinen vorläufigen Kader für die Fußballweltmeisterschaft 2026 bekannt gegeben und dabei haben einige aus der Bundesliga bekannte Namen überraschend gefehlt.
Besonders bitter und unerwartet dürfte die Nicht-Nominierung für Union Berlins Derrick Köhn (27) gewesen sein, der sich nach seinem Auftritt bei der knappen und ein Stück weit unverdienten 1:2-Pleite gegen Deutschland auf einem guten Weg wähnte.
Der 27-Jährige stand über die volle Distanz auf dem grünen Rasen und sorgte auf der linken Außenbahn immer wieder für Wirbel. Zudem bereitete er den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer von Abdul Fatawu (22) vor.
Nach der Partie feierte der Deutsch-Ghanaer das Nationalspiel seines Lebens ausgelassen mit Familie und Freunden und hätte Deniz Undav (29) kurz vor Schluss nicht noch den Siegtreffer für die DFB-Elf erzielt, wer weiß, ob dann nicht alles anders gekommen wäre?
So wurde Otto Addo (50), unter dem Köhn erst im November 2025 debütiert hatte, als Nationaltrainer entlassen und durch Carlos Queiroz (73) ersetzt.
Der erfahrene Portugiese verzichtete bereits im vorläufigen 28er-Aufgebot auf den Flügelflitzer, dessen WM-Traum damit kurz vor Ultimo wie eine Seifenblase zerplatzt ist.
Ghana gibt vorläufigen WM-Kader bekannt
Neuer Ghana-Coach Carlos Queiroz rasiert Bundesliga-Stars - nur Jonas Adjetey schafft's
Derrick Köhn verharrt damit vorerst bei drei Länderspielen. Ob er nach dem Turnier eine weitere Chance bekommt, um sich zu beweisen, und ob er nach der großen Enttäuschung dazu überhaupt noch Lust hat, wird sich zeigen.
Ähnlich wie Köhn erging es auch anderen Bundesliga-Stars. So wurde Ransford Königsdörffer (24), der ebenfalls unter Addo debütiert hatte und bislang auf sieben Einsätze für Ghana kommt, von Queiroz rasiert.
Königsdörffer traf in der abgelaufenen Spielzeit insgesamt sechsmal für den HSV ins Schwarze und wechselt im Sommer ablösefrei zu Mainz 05. Der Stürmer musste sich im Nationalteam allerdings der harten Konkurrenz um Manchester-City-Star Antoine Semenyo (26), Iñaki Williams (31) und Black-Stars-Legende Jordan Ayew (34) geschlagen geben.
Außerdem fehlen aus Bundesliga-Sicht noch Jan Gyamerah (30) von Aufsteiger SV Elversberg und Patric Pfeiffer (26) von Zweitligist Darmstadt 98.
Kurios: Lediglich einem Kicker aus dem deutschen Fußballoberhaus ist es gelungen, auf den ghanaischen WM-Zug aufzuspringen, und dabei handelt es sich ausgerechnet um Jonas Adjetey (22), der zuletzt keine Rolle mehr beim Absteiger VfL Wolfsburg gespielt hat.
Ob es der Innenverteidiger auch schließlich zum Turnier schafft, steht allerdings noch nicht final fest, denn zwei Spieler müssen noch gestrichen werden, bevor es für die Afrikaner am 18. Juni gegen Panama losgeht.
Titelfoto: Harry Langer/dpa, Marcus Brandt/dpa (Bildmontage)

