Leipzig - Es ist der Fehlstart, der um jeden Preis vermieden werden sollte. Die BSG Chemie Leipzig hat das erste Regionalliga-Spiel der neuen Saison daheim gegen den SV Babelsberg am Sonntag mit 0:2 verloren. Sofort werden schlimme Erinnerungen an die letzten Spielzeiten wach.
Denn dort mussten die Chemiker jeweils bis zum Ende zittern, nicht in die Oberliga abzusteigen. Quasi von Tag eins an stand Grün-Weiß mit dem Rücken zur Wand.
In diesem Jahr, wo die Liga gefühlt noch einmal qualitativ einen großen Sprung nach vorn gemacht hat, wäre ein Sieg gegen Babelsberg enorm wichtig gewesen. Doch Trainer Alexander Schmidt (57) konnte vom Seitenrand nur dabei zusehen, wie seine Offensive kaum Wucht kreieren konnte und seine Defensive den Gegner zum Tore schießen einlud.
"Das haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt. Wir waren extrem motiviert, aber es fehlt einfach die Durchschlagskraft nach vorne. Und das zweite Tor machen wir mehr oder weniger ja selber. Es ist eine bittere Pille, die wir jetzt schlucken müssen", so der Coach nach dem Abpfiff.
Auch wenn die Testspiele der Vorbereitung durchaus positiv waren, ist das Sturm-Problem nicht neu. Sommerneuzugang Marc Sodji (23) fehlte einen Teil der Vorbereitung und braucht vermutlich noch etwas, um richtig in die Spur zu kommen. Tyron Profis (24) muss sich nach seiner Oberligazeit in Plauen ebenfalls erst an die höhere Spielklasse gewöhnen und mehr Wucht entwickeln.
Julius Hoffmann (22), der letzte Saison schon für Chemie kickte, hatte Chancen, muss aber an seinem Torriecher noch arbeiten. Das reicht alles nicht, um den Abgang von Stanley Ratifo (31) zu kompensieren.
BSG Chemie Leipzig muss kompletten Fehlstart vermeiden
Auch auffällig: Grün-Weiß machte gegen Babelsberg absolut kein schlechtes Spiel, war bis zum 1:0 sicherlich sogar einen Tick besser. Nach dem Gegentreffer änderte sich das aber schlagartig.
"Wir hätten das Tor früher selber machen müssen. Bekommen dann durch einen Einwurf den Gegentreffer. Dann gingen die Köpfe halt runter", so Luca Bürger (30) zum Spiel.
Ein Problem, was es in der Vorsaison auch schon gab, dass nach Rückstand der mentale Fokus flöten geht. Da wird Schmidt in den nächsten Wochen noch viel zu tun haben, um den kompletten Fehlstart zu vermeiden.
Weiter geht es am Samstag beim BFC Dynamo. Das wird auch ein dickes Brett werden.