Geht der Top-Stürmer? Chemie Leipzig in der Ratifo-Falle

Leipzig - Er ist die Lebensversicherung der BSG Chemie Leipzig in dieser Saison! Mit zwölf Toren und vier Vorlagen in der Regionalliga Nordost sorgt Stanley Ratifo (31) in der aktuell schwierigen Spielzeit der Sachsen maßgeblich dafür, dass der Katastrophen-Abgang in die Oberliga womöglich ausbleibt. Doch wie es weitergeht, scheint unklar.

Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 ebnete Stanley Ratifo (31, M.) den Weg zum wichtigen Sieg für die BSG Chemie Leipzig gegen Zehlendorf.  © Picture Point / Roger Petzsche

Auch am Samstagnachmittag beim 4:2 der Grün-Weißen gegen Hertha Zehlendorf stürmte sich der Nationalspieler Mosambiks wieder zu einem Matchwinner.

Durch seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 und seine Traumvorlage für Mitspieler Kay Seidemann (26), der daraufhin das 2:0 erzielte, konnte die bis dahin gut aufgelegte Berliner Abwehrreihe geknackt werden.

Gut für Chemie - und schlecht. Denn die Qualität des Angreifers ist längst kein Geheimnis mehr. Und dass sein Vertrag in Leutzsch im Sommer ausläuft, auch nicht.

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"Ich bin sehr zuversichtlich, dass er in der nächsten Saison noch da ist. Stan fühlt sich hier sehr wohl, ist enorm wichtig für die Mannschaft. Ich hab das schon platziert bei den Leuten oben, die die Kasse aufmachen, dass wir ihn unbedingt halten wollen", so sein Trainer Alexander Schmidt (57) optimistisch auf TAG24-Nachfrage.

Fakt ist aber, dass es durchaus Zweifel an einer Ratifo-Zukunft in Leutzsch gibt. Auch wenn bei einem Verbleib in der Regionalliga davon ausgegangen werden darf, dass Schmidt das Team umkrempeln und das Ziel für die kommende Saison sicherlich sein wird, nicht nur gegen den Abstieg zu spielen, haben die vorigen zwei Saisons Spuren hinterlassen.

Ein ambitionierter Spieler wie Ratifo, der in der Nationalmannschaft beständig gegen Weltklasse-Spieler wie Yan Diomande (19) von RB Leipzig oder Mohamed Salah (33) vom FC Liverpool antreten darf, träumt mit seinen 31 Jahren wahrscheinlich auch noch einmal davon, bei einem größeren Klub aufzulaufen.

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Ratifo ist nicht nur gut darin, Tore zu schießen, sondern auch darin, den Ball festzumachen und weiterzugeben. Das sehen natürlich auch andere Klubs.  © Matthias Koch

BSG Chemie Leipzig: Wie wird sich Stanley Ratifo entscheiden?

Ratifo genießt ein Top-Standing bei seiner Mannschaft und den Fans. Ob er das wirklich aufgibt?  © Picture Point / Roger Petzsche

Nach TAG24-Informationen sind Möglichkeiten dafür auch da. Vereine aus der 3. Liga könnten sich wohl durchaus vorstellen, den Angreifer ablösefrei zu verpflichten.

Auch Teams aus der Regionalliga, die beim möglichen Aufstieg ein Wörtchen mitspielen wollen, haben wohl schon angeklopft.

Eine Entscheidung soll in den nächsten zwei Wochen fallen. Letztendlich wird es besonders darum gehen, was Ratifo selbst will.

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Bei den Chemikern genießt er nicht nur durch seine Tore ein überragendes Standing, wodurch ihm ein Stammplatz sicher wäre. Die Fans lieben ihn, vertrauen ihm, dass er die entscheidenden Tore machen kann, auch wenn er in dieser Spielzeit auch mal den ein oder anderen Hochkaräter hat liegen lassen.

Vielleicht zum letzten Mal in seiner Karriere etwas Neues probieren, ist die eine Sache. So ein familiäres Umfeld wie bei Chemie, wo er geschätzt wird, einfach aufzugeben, die andere.

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 31 58:24 68
2 FC Carl Zeiss Jena 31 59:34 63
3 Hallescher FC 31 57:30 60
4 FC Rot-Weiß Erfurt 31 62:41 58
5 FSV Zwickau 31 47:40 58
6 VSG Altglienicke 31 47:37 49
7 Chemnitzer FC 31 49:47 44
8 BFC Preussen 31 45:52 44
9 1. FC Magdeburg II 31 51:46 43
10 FSV 63 Luckenwalde 31 34:43 39
11 Hertha BSC II 31 44:55 39
12 BFC Dynamo 31 41:46 36
13 SV Babelsberg 03 31 56:57 35
14 BSG Chemie Leipzig 31 36:46 34
15 ZFC Meuselwitz 31 42:54 32
16 Greifswalder FC 31 30:42 31
17 FC Eilenburg 31 33:54 23
18 Hertha 03 Zehlendorf 31 26:69 14

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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