Leipzig - "Ich habe gehofft, lange hier Trainer zu sein", sagte Adrian Alipour (47) nach seinem Rauswurf im vergangenen Dezember bei der BSG Chemie Leipzig. Nach nicht einmal einem halben Jahr war Schluss bei den Sachsen, nachdem Grün-Weiß katastrophal in die Saison gestartet war und letztendlich erst kurz vor dem Ende der Spielzeit den Verbleib in der Regionalliga Nordost sichern konnte.
Alexander Schmidt (57), der die Chemiker im Winter übernahm, brachte das Team wieder auf Kurs. Dafür brauchte es aber ganz viel Selbstvertrauen, was die Mannschaft über die Hinrunde hinweg mehr und mehr verloren hatte.
Doch die Wende klappte. Die Neuzugänge fruchteten, wichtige Spiele gegen Konkurrenten im Abstiegskampf wurden gewonnen und sogar ein Derbysieg gegen Stadtrivale Lok Leipzig war drin (1:0).
Viel Anteil daran hatte Alipour nicht mehr. Trotzdem hat er die Chemiker natürlich weiter verfolgt und die Daumen gedrückt, dass am Ende der Abstieg in die Oberliga vermieden werden kann.
"Da freue ich mich auf jeden Fall sehr drüber. Einfach für die ganze Region, für die Fans, die ja wirklich atemberaubend sind, für die Mitarbeiter im Verein – da freu ich mich wahnsinnig. Und vor allen Dingen auch für die Regionalliga Nordost, denn wenn dieser Verein abgestiegen wäre, das wäre schon dramatisch", so der 47-Jährige gegenüber TAG24.
Der Trainer hat während seiner Amtszeit immer versucht, alle mitzuziehen. Bevor er im April 2025 loslegte, stand er mehrmals mit beim harten Kern der Fanszene im Block, wollte mittendrin sein und den Anhang verstehen. "Du siehst ja einfach, wenn Chemie auswärts Spiele hat, wenn du auf Traditionsvereine triffst, da ist die Zuschauerzahl teilweise immer fünfstellig. Von daher ist es überragend, dass dieser fantastische Klub in der Liga geblieben ist."
Adrian Alipour genießt die Zeit mit Familie und in der Natur
Für Alipour persönlich bedeutete der Rauswurf bei Grün-Weiß auch ein Abschied aus Leipzig, wo er sich eigentlich wohlgefühlt hatte. Für ihn und seine Familie erfolgte der Umzug nach Gummersbach, was gar nicht so weit weg liegt von seiner Geburtsstadt Dortmund. Dort liegt der Fokus aktuell vor allen Dingen auf der ruhigen Natur.
Einen neuen Trainerjob hat er noch nicht angenommen.
Tabelle Regionalliga Nordost
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
1. FC Lokomotive Leipzig | 34 | 65:30 | 72 | |
| 2 |
|
FC Carl Zeiss Jena | 34 | 65:35 | 72 | |
| 3 |
|
FSV Zwickau | 34 | 52:44 | 64 | |
| 4 |
|
Hallescher FC | 34 | 63:36 | 63 | |
| 5 |
|
FC Rot-Weiß Erfurt | 34 | 68:47 | 61 | |
| 6 |
|
VSG Altglienicke | 34 | 50:40 | 53 | |
| 7 |
|
Chemnitzer FC | 34 | 56:52 | 51 | |
| 8 |
|
BFC Preussen | 34 | 50:55 | 50 | |
| 9 |
|
1. FC Magdeburg II | 34 | 61:55 | 49 | |
| 10 |
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FSV 63 Luckenwalde | 34 | 36:45 | 43 | |
| 11 |
|
SV Babelsberg 03 | 34 | 67:65 | 41 | |
| 12 |
|
BFC Dynamo | 34 | 45:50 | 40 | |
| 13 |
|
BSG Chemie Leipzig | 34 | 43:49 | 40 | |
| 14 |
|
Hertha BSC II | 34 | 46:60 | 40 | |
| 15 |
|
Greifswalder FC | 34 | 40:45 | 38 | |
| 16 |
|
ZFC Meuselwitz | 34 | 44:61 | 33 | |
| 17 |
|
FC Eilenburg | 34 | 35:68 | 23 | |
| 18 |
|
Hertha 03 Zehlendorf | 34 | 30:79 | 14 | |
Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.