CFC-Offensivmann Pagliuca widmet Tor seinem verstorbenen Freund: R.I.P. Karim Gazzetta

Chemnitz - Die Chemnitzer waren nach dem sechsten Sieg in Folge in Feierlaune, doch CFC-Offensivmann Kilian Pagliuca (26) weilte nach dem 4:0-Heimsieg gegen Carl Zeiss Jena in Gedanken bei seinem kürzlich verstorbenen Freund Karim Gazzetta († 27).

Kilian Pagliuca (26) trauert um seinen guten Freund: Vergangene Woche nahm sich der Schweizer Nationalspieler Karim Gazzetta im Alter von 27 Jahren das Leben.
Kilian Pagliuca (26) trauert um seinen guten Freund: Vergangene Woche nahm sich der Schweizer Nationalspieler Karim Gazzetta im Alter von 27 Jahren das Leben.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

"Es war eine sehr traurige Woche", verriet der Schweizer im Gespräch mit TAG24: "Am Sonntag habe ich noch mit Karim telefoniert. Einen Tag später hat er sich das Leben genommen, ist einfach aus seiner Wohnung im achten Stock gesprungen."

Tim Campulka (23) hatte in der 51. Minute den Ball bereits in der Hand und reichte das runde Leder an Pagliuca weiter. Der verwandelte den Foulelfmeter zum 3:0 und marschierte anschließend direkt zu den Fotografen, um seine auf das Unterzieh-T-Shirt geschriebene Botschaft loszuwerden: "R.I.P. Karim".

"Die letzten Tage waren nicht einfach für mich. Ich allein hier in Chemnitz, viele Emotionen und Gedanken im Kopf. Es war schwer, sich auf Fußball zu konzentrieren", erklärte Pagliuca mit Tränen in den Augen.

Welche Schwerpunkte setzt CFC-Trainer Tiffert?
Chemnitzer FC Welche Schwerpunkte setzt CFC-Trainer Tiffert?

Über 15 Jahre hinweg war er mit dem früheren Junioren-Nationalspieler Gazzetta befreundet. "Er war erst im Sommer aus der Schweiz zum bosnischen Erstligisten Zrinjski Mostar gewechselt. Er hatte alles: Frau, Familie, Freunde. Jetzt ist er nicht mehr da", sagte Pagliuca.

CFC-Trainer Tiffert war nach dem Sieg voll des Lobes

Der Sieg gegen Jena verschaffte ihm in den schweren Stunden ein klein wenig Freude: "Ich habe mein Bestes gegeben und denke, dass es ein ganz gutes Spiel von mir war."

Nicht nur von ihm, sondern von der gesamten Mannschaft, die Jena komplett dominierte. Trainer Christian Tiffert (40), der mit Furkan Kircicek (26, Corona) kurzfristig einen weiteren Leistungsträger ersetzen musste, war voll des Lobes.

"Ein souveräner Auftritt, ein verdienter Erfolg. Wir waren geduldig in Ballbesitz, konnten jederzeit beschleunigen. Zum Spiel gehört aber auch die Arbeit gegen den Ball. Und die erledigen wir seit Wochen mit einer beeindruckenden Schärfe."

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über Suizide. Da der Vorfall aber im Interview offen erwähnt wird, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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