Frust beim Gäste-Trainer nach CFC-Kantersieg: "Das Handspiel war niemals im Strafraum!"
Chemnitz - Da war einer mächtig angefressen! Babelsberg-Trainer Johannes Lau (29) hatte nach der deftigen 1:5-Pleite am Freitagabend beim Chemnitzer FC auch allen Grund dazu. Doch der 29-Jährige, seit Jahresanfang im Amt und Trainer-Neuling in der Regionalliga Nordost, beschwerte sich nach dem Debakel über einen Pfiff von Schiedsrichter Paul Drößler (21).
"Das 2:0 fällt aus einer Situation, die so niemals ein Elfmeter ist. Man kann sich darüber streiten, ob das ein Handspiel von Philipp Zeiger (35) ist oder nicht. Die Handregel ist sehr, sehr strittig", führte Lau auf der Pressekonferenz aus und legte nach: "Ob es Handspiel ist oder nicht: Das war niemals im Strafraum. Zeiger ist mindestens einen Meter vor dem Sechzehner."
Die TV-Bilder gaben dem SVB-Coach zum Teil recht. Auf Handspiel zu entscheiden, war durchaus korrekt. Doch Zeiger stand beim mit dem Unterarm abgewehrten Schuss von Dejan Bozic (33) in der 57. Minute tatsächlich nicht im Strafraum.
Top-Torjäger Bozic war das egal. Er legte sich die Kugel zurecht. Und verwandelte wie schon in der gesamten Saison eiskalt und bekam 13 Minuten später – zum ersten Mal in seiner Karriere – die Möglichkeit, ein zweites Mal an den Elfmeterpunkt zu treten.
Tobias Hasse (30) hatte Alberico Domenico (27) im Strafraum zu Fall gebracht. Diese Entscheidung von Drößler war korrekt.
"Wenn Bozic antritt, sind das sichere Tore. Er hat eine unfassbare Qualität", zollte Lau dem Chemnitzer Mittelstürmer Respekt. Bozic war mit vier Toren der umjubelte Mann des Abends.
CFC vom Kantersieg berauscht
"Wir gewinnen und verlieren als Mannschaft. Ich hatte heute viel Glück, dass ich vier Tore machen konnte. Aber wir haben Jungs, die mich bedienen. Ohne sie würde das nicht funktionieren", reichte Bozic das viele Lob an die Teamkollegen weiter.
Trainer Benjamin Duda (37) konterte die Kritik seines Kollegen Lau mit dem Hinweis, dass Tom Baumgart (28) nicht im Abseits stand, als er den Ball ins Tor schob: "Normalerweise steht es in der 48. Minute schon 2:0. Das war kein Abseits. Die Bilder haben wir bereits."
Während Lau mit seinem Team frustriert zurück nach Potsdam fuhr, waren die Himmelblauen vom Kantersieg berauscht. Duda: "Wir haben unsere Heimstärke und unsere Fitness einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir waren offensiv richtig stark und haben verteidigt wie eine Wand."
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag
