Nach Pokal-Pleite gegen den Schacht: CFC-Ultras rufen zum Stimmungs-Boykott auf!

Chemnitz - Der Frust beim Chemnitzer FC über die Pokalpleite gegen den Erzrivalen FC Erzgebirge Aue sitzt noch immer ganz tief. 0:2 verlor der Regionalligist nach einem schwachen Auftritt und verpasste den Einzug ins Landespokal-Finale am 23. Mai in Zwickau.

Eine Choreographie wie beim Sachsenpokal-Halbfinale wird es am Sonntag nicht geben.  © picture point/Sven Sonntag

Am Sonntag, 14 Uhr, tritt die Mannschaft von Trainer Benjamin Duda (37) wieder im Stadion an der Gellertstraße, das am Mittwochabend mit fast 15.000 Zuschauer ausverkauft war, an. Gegen den abstiegsbedrohten ZFC Meuselwitz werden deutlich weniger Fans im Stadion sein. Und es herrscht Geisterstimmung wie zu Corona-Zeiten.

Nach dem schwachen Auftritt gegen den Schacht haben die "Ultras Chemnitz 1999" am Sonntag zum Stimmungsboykott aufgerufen. "Wieder einmal habt ihr Worten keine Taten folgen lassen, uns mit eurer Einstellung und Leistung enttäuscht, die in Euch gesteckten Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt", heißt es unter anderem in einem Offenen Brief an die Mannschaft.

Ein "Weiter so" könne es nicht geben. Deshalb, so die Ultras, "werden wir Euch weder optisch noch akustisch beim anstehenden Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz unterstützen und die Partie somit stillschweigend verfolgen."

Chemnitzer FC Knallhart-Entscheidung beim CFC! Neun Spieler müssen gehen, darunter auch Kapitän Müller

Vier Spieltage vor Saisonende ist beim CFC ordentlich Feuer unterm Dach! Sportdirektor Chris Löwe (37) hatte am Freitag bereits das Aus für neun Spieler, darunter zahlreiche Leistungsträger wie Kapitän Tobias Müller (32) und Stammkeeper Daniel Adamczyk (23), bekanntgegeben.

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CFC-Sportchef Chris Löwe blickt ernst auf Partie gegen Meuselwitz: "Wird alles andere als einfach"

Auch wenn Meuselwitz noch um den Klassenerhalt kämpft, will CFC-Sportdirektor Chris Löwe (37) den Gästen nichts schenken - dafür aber den Fans drei Punkte.  © Picture Point/Gabor Krieg

Den Spielern, die über den Sommer hinaus in Chemnitz bleiben, gaben die Ultras folgendes mit auf den Weg: "Werdet Euch endlich bewusst, welch Ehre und Privileg es ist, für den Chemnitzer FC aufzulaufen und gebt den Menschen, die ihr Leben danach richten, Euch bestmöglich zu unterstützen, endlich etwas zurück!"

Löwe hat die Botschaft der Anhängerschaft verstanden. "Meuselwitz kämpft noch ums Überleben. Wir wissen, wie schwierig und eklig die Spiele gegen diese Mannschaft sind. Deswegen wird es alles andere als einfach", erklärt der ehemalige Bundesliga-Profi.

Löwe weiter: "Fakt ist aber auch, dass wir den Menschen, die mit uns durch dick und dünn gehen, uns unterstützen, jetzt etwas zurückgeben wollen. Ich möchte am Sonntag eine Mannschaft sehen, bei der man spürt, dass die Saison noch nicht vorbei ist, die sich positiv verabschieden will. Dafür ist es notwendig, zu Hause drei Punkte einzufahren."

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 31 58:24 68
2 FC Carl Zeiss Jena 30 58:30 63
3 FC Rot-Weiß Erfurt 31 62:41 58
4 Hallescher FC 30 55:30 57
5 FSV Zwickau 30 46:40 55
6 VSG Altglienicke 31 47:37 49
7 BFC Preussen 30 42:46 44
8 Chemnitzer FC 30 46:45 41
9 1. FC Magdeburg II 30 47:45 40
10 FSV 63 Luckenwalde 30 34:42 39
11 Hertha BSC II 30 44:53 39
12 BFC Dynamo 31 41:46 36
13 BSG Chemie Leipzig 31 36:46 34
14 SV Babelsberg 03 30 50:54 32
15 ZFC Meuselwitz 30 40:51 32
16 Greifswalder FC 31 30:42 31
17 FC Eilenburg 31 33:54 23
18 Hertha 03 Zehlendorf 31 26:69 14

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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