"Natürlich tut es weh": Freud und Leid liegen bei Eintracht nach Remis gegen BVB eng beisammen

Frankfurt am Main - Das Happy End ist aus Sicht der Fans der Frankfurter Eintracht zwar ausgeblieben, der verrückte Kick gegen Borussia Dortmund wird den meisten aber noch ein Weilchen im Gedächtnis bleiben - auch Younes Ebnoutalib.

Younes Ebnoutalib (22, r.) traf bei seinem Debüt für die SGE.  © Michael Probst/AP/dpa

Der 22 Jahre alte Angreifer, der erst vor wenigen Tagen von der SV Elversberg in die Mainmetropole gelotst worden war, feierte gegen den BVB einen durchaus imponierenden Einstand, welchen er in der zweiten Halbzeit gar mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich krönen konnte.

Im Anschluss an die Partie fehlten dem trotz des verspielten Sieges nachvollziehbarerweise extrem glücklichen Debütanten am "Sky"-Mikrofon ein wenig die Worte. "Ich bin noch immer ein bisschen sprachlos, weil es ein sehr krasses Gefühl ist, dass ich direkt beim Debüt ein Tor schieße", erklärte Ebnoutalib, der sich ins Spiel reingearbeitet hatte.

Er sei Trainer Dino Toppmöller (45) "einfach nur dankbar", dass er ihm die Chance gegeben habe, direkt von Anfang an zu spielen, so Ebnoutalib.

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Der Frankfurter Übungsleiter lobte seinen fleißigen Neuzugang, der vor etwas mehr als einem Jahr noch für den FC Gießen in der Regionalliga auf Torejagd gegangen war und sich jetzt mit einer Abwehr bestehend aus Waldemar Anton (29), Niklas Süle (30) und Nico Schlotterbeck (26) messen durfte: "Dass er den mit der Sohle noch so mitnimmt und ihn reinschießt, das ist für ihn ein ganz besonderer Tag, hier vor der Kurve das Tor zu schießen." Das sei "schön für ihn" und das habe er "sich verdient".

Weniger erfreulich war für ihn der späte 3:3-Ausgleich von Carney Chukwuemeka (22) in der sechsten Minute der Nachspielzeit.

"Natürlich tut es weh", räumte der 45-Jährige, dessen Team in der 92. Minute durch ein Tor von Mahmoud Dahoud sogar noch mit 3:2 in Führung gegangen war, ein. Man dürfe allerdings auch nicht vergessen, "dass wir gegen Borussia Dortmund gespielt haben. Das ist eine Mannschaft, die in den letzten 24 Bundesligaspielen nur einmal verloren hat."

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Dino Toppmöller (45) war nicht mit allem zufrieden, gab sich nach dem Remis allerdings dennoch versöhnlich.  © Marc Schüler/dpa

Eintracht Frankfurt kassiert zu viele Gegentore: Markus Krösche sieht keine Qualitätsproblematik

Die Eintracht hat in der Defensive anhaltende Probleme, an der vorhandenen Qualität liegt das laut Sportvorstand Markus Krösche (45) allerdings nicht.  © Arne Dedert/dpa

Drei Gegentore, die Eintracht hat in der Bundesliga nach 16 absolvierten Partien deren 33 (!) kassiert, sind aber auch gegen den BVB schlichtweg zu viele.

Zur Einordnung: Nur der 1. FC Heidenheim hat mit 34 Gegentreffern (bei einem Spiel weniger) mehr kassiert. Werder Bremen, VfL Wolfsburg und der FC Augsburg, alle ebenso erst mit 15 Spielen auf dem Konto, mussten 28-mal den Ball aus den eigenen Maschen holen. Wollen die Frankfurter wieder ins internationale Geschäft, muss sich dies ändern.

Verstärkungen in der wackeligen Defensive sind in diesem Winter bisher noch ausgeblieben. Markus Krösche (45) sagte kurz vor der Punkteteilung gegen die Borussia zur Abwehrtproblematik: "Natürlich haben wir als Mannschaft es in den letzten Wochen und Monaten nicht so gut gemacht." An der vorhandenen Qualität liege das allerdings nicht.

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In den Fokus stellte der Sportvorstand die Herangehensweise. "Wir hatten den Fokus auf dem Offensivspiel." Man sei in der Führungsriege "überzeugt von unseren Jungs, die wir in der Defensive haben". Das müssen Kapitän Robin Koch (29) und Co. in den nächsten Wochen allerdings dringend unter Beweis stellen. Chancen dazu gibt es zuhauf, dieser Monat hat es in sich.

Bereits am Dienstag geht es zum VfB Stuttgart. In der Bundesliga stehen außerdem die Duelle mit Bremen (16. Januar), der TSG 1899 Hoffenheim (24. Januar) und Bayer Leverkusen (31. Januar) an. Hinzu kommen in der Champions League das Gastspiel bei Qarabağ Ağdam in Aserbaidschan (21. Januar) und die Heimpartie gegen Tottenham Hotspur (28. Januar).

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 15 55:11 41
2 Borussia Dortmund 16 29:15 33
3 RB Leipzig 15 30:19 29
4 Bayer 04 Leverkusen 16 34:24 29
5 VfB Stuttgart 16 29:23 29
6 TSG 1899 Hoffenheim 15 29:20 27
7 Eintracht Frankfurt 16 33:33 26
8 SC Freiburg 16 27:27 23
9 1. FC Union Berlin 16 22:25 22
10 1. FC Köln 16 24:26 17
11 SV Werder Bremen 15 18:28 17
12 Borussia Mönchengladbach 15 18:24 16
13 Hamburger SV 16 17:27 16
14 VfL Wolfsburg 15 23:28 15
15 FC Augsburg 15 17:28 14
16 FC St. Pauli 15 13:26 12
17 1. FC Heidenheim 16 15:36 12
18 1. FSV Mainz 05 16 15:28 9

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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