Umstrittener Last-Minute-Elfer rettet Eintracht-Punkt gegen Wolfsburg

Frankfurt am Main - Erlösung in der Nachspielzeit: Ohne Stürmerstar Jonathan Burkardt erkämpft sich Eintracht Frankfurt am 12. Spieltag der Bundesliga mit einem umstrittenen Strafstoß ein 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg

Jean-Mattéo Bahoya (l.) war für den verletzten Jonny Burkardt in die Startelf gerückt, dafür ging Ansgar Knauff in die Spitze.
Jean-Mattéo Bahoya (l.) war für den verletzten Jonny Burkardt in die Startelf gerückt, dafür ging Ansgar Knauff in die Spitze.  © Thomas Frey/dpa

In einer ausgeglichenen Partie sorgte Aaron Zehnter für die Führung der Gäste (67.). Der eingewechselte Michy Batshuayi glich in der Nachspielzeit per Foulelfmeter aus (90.+6).

Die große Frage bei den Hessen vor der Partie war natürlich, wer den verletzten Burkardt ersetzen soll: Michy Batshuayi oder Elye Wahi? Weder noch, neben Ritsu Doan und Ansgar Knauff rückte Jean-Mattéo Bahoya für die Offensive ins Team, Knauff ging in die Spitze. Batshuayi nahm zunächst auf der Bank Platz, Wahi war gar nicht im Kader; eine sportliche Entscheidung, sagte SGE-Trainer Dino Toppmöller vor der Partie.

Und die neue Sturm-Formation funktionierte zunächst recht gut und wirbelte die Abwehr der Wölfe ein ums andere Mal durcheinander. So in der 12. Minute, als Bahoya vorbildlich Mario Götze bediente, der links in den Strafraum eingedrungen war, allerdings knapp am rechten Pfosten vorbeizog.

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Aber auch die Gäste hatten ihre Möglichkeiten; die größte Amoura, der nach einer weiten und perfekt getimten Flanke von Christian Eriksen den Ball aus elf Metern über den heraus geeilten Michael Zetterer aber auch über die Torlatte lupfte (22.).

Es entwickelten sich recht muntere erste 45 Minuten, in denen die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff großes Glück hatten: Keeper Kamil Grabara faustete eine Chaibi-Ecke direkt vor der Füße von Arthur Theate, doch dessen Schuss aus sieben Metern konnte Yannick Gerhardt für den bereits geschlagenen Schlussmann abwehren (42.). So blieb es beim 0:0 zur Halbzeit.

Über die rechte Seite mit Rasmus Kristensen und Ritsu Doan (l.) ging vor allem in der ersten Halbzeit Gefahr aus, zu einem Treffer für die Hausherren aus dem Spiel heraus führte dies aber nicht.
Über die rechte Seite mit Rasmus Kristensen und Ritsu Doan (l.) ging vor allem in der ersten Halbzeit Gefahr aus, zu einem Treffer für die Hausherren aus dem Spiel heraus führte dies aber nicht.  © Thomas Frey/dpa

Wolfsburg geht in Führung, Michy Batshuayi gleicht per Strafstoß für Eintracht Frankfurt aus

Erleichterung pur nach dem 1:1 durch den eingewechselten Michy Batshuayi (l.)
Erleichterung pur nach dem 1:1 durch den eingewechselten Michy Batshuayi (l.)  © Thomas Frey/dpa

Die Wölfe kamen sehr engagiert aus der Kabine und hatten zunächst mehr vom Spiel und die große Chance auf die Führung, aber Zetterer rettete gegen Amoura, der das Leder aus kurzer Distanz auf den Eintracht-Kasten gedroschen hatte (59.).

Nach etwa einer Stunde beendete Toppmöller sein Sturm-Experiment und brachte mit Bashuayi für Bahoya einen echten Neuner (62.). Aber Wolfsburg ging in Führung. Nach einem von den Wölfen abgefangen Einwurf in der eigenen Hälfte war die Abwehr der Adlerträger ungeordnet.

Schließlich konnte Sael Kumbedi auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durchgehen. Seine Flanke auf den langen Pfosten verwandelte Zehnter volley zum 0:1 (67.).

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Zwar warfen die Hessen in der Folgezeit noch einmal alles nach vorne, blieben aber harmlos. Doch dann das: Bei einer Ecke der Hausherren ging Arthur Theate bei einem Zweikampf mit Denis Vavro zu Boden. Hatte der Wolfsburger den belgischen Nationalspieler auf den Fuß getreten?

Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Harm Osmers auf Strafstoß, den Batshuayi sicher zum 1:1-Endstand verwandelte (90.+6).

Für beide Klubs dürfte der eine Punkt letztlich zu wenig sein. Zudem wurde das Sturmproblem der Eintracht ein weiteres Mal offensichtlich.

Links oben hatte Batshuayi (r.) das Leder ins Tor gewuchtet und dabei auch nur die Unterkante der Latte getroffen.
Links oben hatte Batshuayi (r.) das Leder ins Tor gewuchtet und dabei auch nur die Unterkante der Latte getroffen.  © Thomas Frey/dpa

Die Statistik zum Spiel Eintracht Frankfurt gegen den VfL

1. Bundesliga, 12. Spieltag:

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 1:1 (0:0)

Eintracht Frankfurt: Zetterer - Kristensen, R. Koch, Theate, Brown - Chaibi, Skhiri (76. Dahoud) - Doan, M. Götze (62. Batshuayi), Bahoya (62. Collins) - Knauff (82. Ngankam)

VfL Wolfsburg: Grabara - Kumbedi, Seelt, Koulierakis, Zehnter - Gerhardt (86. Vini Souza), Arnold - Majer (90.+9 Hensel), Eriksen (86. Vavro), Wimmer (71. Svanberg) - Amoura (71. Pejcinovic)

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Zuschauer: 58.000

Tore: 0:1 Zehnter (67.), 1:1 Batshuayi (90.+6/Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Brown (1) / Wimmer (3), Vavro (1), Koulierakis (2), Arnold (3) Wolfsburg

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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