Bloß kein Déjà-vu! In Cottbus steht jetzt alles auf dem Prüfstand

Cottbus - "Irgendwann als Trainer bist du auch verbraucht, wenn du immer wieder was erzählst, und es passiert nichts. Das war ein Gedanke von mir, dass ich der Mannschaft einen neuen Impuls gebe, damit die wieder an was glauben können und müssen", erklärte jüngst Ulm-Trainer Pavel Dotchev (60) in Cottbus die neue Systematik und Aufstellung. Selbige Situation gilt für Energie-Coach Pele Wollitz (60).

Co-Trainer Tobias Röder (28, l.) und Chef Pele Wollitz (60) stellen vor dem Saisonfinale alles auf den Prüfstand – und fingen damit im Landespokal an.  © IMAGO / Matthias Koch

Nach dem Einzug ins Pokalfinale und zwei freien Tagen startet am Dienstag die Vorbereitung auf die Aufgabe beim TSV Havelse (Ostersamstag, 14 Uhr).

Und mit ihr eine Bewährungsprobe für Team und Trainer. Denn trotz des 5:0-Pokalerfolgs steht in Cottbus alles auf dem Prüfstand!

Zum Beispiel, ob das Team auch ohne Kapitän Axel Borgmann und Topspieler Tolcay Cigerci (beide 31) funktionieren kann. Im Pokal gegen den Sechstligisten Blankenfelde-Mahlow bestand die Mannschaft ohne ihre beiden Anführer die – zugegeben nicht allzu schwere – Probe.

Energie Cottbus Wollitz kündigt "harte Entscheidungen" an: Muss Cottbus-Topspieler Cigerci jetzt auf die Bank?

Jetzt gilt es, auch in der Liga gegen Havelse den Turnaround zu schaffen.

Dafür wird Wollitz nach drei sieglosen Spielen keinen Stein auf dem anderen lassen, sonst droht die Restrunde zum Déjà-vu der Vorsaison zu werden.

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Energie Cottbus erwägt Systemwechsel, Pele Wollitz gibt Schlüsselspielern eine Pause

Ausnahmekönner Tolcay Cigerci (31, l.) verzettelte sich zuletzt mehrfach und bekam im Pokal eine schöpferische Pause – die auch für die Liga gilt?  © Frank Hammerschmidt/dpa

Zum Beispiel ist alles andere als klar, ob Tolcay Cigerci in der Liga zurück in die Startelf rotiert. Nach dem Krampf-Auftritt gegen Ulm hatte Wollitz harte Entscheidungen und Personalkonsequenzen angekündigt.

Die könnte Cigerci zu spüren bekommen. Denn Jannis Boziaris (22), der im Pokal auf der Zehn aufdribbelte, konnte wie auch Ted Tattermusch (24) gegen den Sechstligisten Eigenwerbung betreiben.

Auch die festgefahrene Spielstruktur könnte gewechselt werden. Schon im Pokal testete Wollitz das 4-1-3-2 mit Raute, das Energie durch den Mittelteil der Saison trug.

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Wollitz mottete das Offensiv-System zum Rückrundenstart nach Forderungen aus dem Umfeld und auch aus den Medien ein – verordnete seinem Team stattdessen einen defensiveren, kontrollierten Ansatz.

Die Folge: Energie ließ kaum Chancen des Gegners zu und kassierte auch weniger Gegentore, doch der Offensivmotor stotterte in der Rückrunde gewaltig (nur 13 Törchen in elf Spielen).

Erik Engelhardt trifft mit Sturmpartner an seiner Seite wieder

Erik Engelhardt (27, l.) tat sich zuletzt mit Sturmpartner bedeutend leichter und traf wieder.  © Robert Michael/dpa

Sowohl die Schlussphase gegen Ulm als auch das Spiel gegen Blankenfelde-Mahlow zeigten: Goalgetter Erik Engelhardt (27) tut sich in der Spitze mit einem Sturmpartner bedeutend leichter, weil sich die Verteidiger nicht nur auf ihn konzentrieren.

Außerdem signalisierte die Verwaltungstaktik speziell in den Spitzenspielen gegen Verl und Rostock daheim dem Team: Wir fürchten uns vor der Konkurrenz!

Dabei machte Cottbus in der Hinrunde stark, dass es in der Liga gegen ausnahmslos jeden Gegner mutig agierte – und so auf Platz eins stürmte. Die neue Herangehensweise nahm dem Team offenbar Selbstverständnis und Leichtigkeit.

Symptomatisch: Selbst die Arbeitsbereitschaft stimmte zuletzt in der Liga nicht. Wollitz nach Ulm: "Was mich nach wie vor ärgert, ist, dass es nach einem unfassbaren Spiel in Stuttgart drei solche Spiele sind. Das ist für mich nicht erklärbar."

In der Schlussphase der Saison gilt es, sich wieder auf eigene Stärken und die Intuition zu besinnen, damit ein Déjà-vu der Vorsaison ausbleibt. Wollitz nach dem Einzug ins Pokalfinale: "Ab Dienstag läuft der Countdown 2. Bundesliga."

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Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 30 50:26 61
2 Rot-Weiss Essen 30 61:49 55
3 SC Verl 30 70:41 54
4 MSV Duisburg 30 54:41 54
5 FC Energie Cottbus 30 55:44 54
6 FC Hansa Rostock 30 53:32 53
7 TSV 1860 München 30 46:39 49
8 SV Wehen Wiesbaden 30 42:33 48
9 SV Waldhof Mannheim 30 49:54 45
10 Alemannia Aachen 30 53:51 44
11 FC Ingolstadt 04 30 50:41 40
12 SSV Jahn Regensburg 30 42:45 39
13 Viktoria Köln 30 41:41 38
14 VfB Stuttgart II 30 36:49 38
15 TSG 1899 Hoffenheim II 30 53:54 35
16 1. FC Saarbrücken 30 40:46 33
17 SSV Ulm 1846 30 39:62 25
18 FC Erzgebirge Aue 30 34:54 24
19 TSV Havelse 30 43:69 23
20 1. FC Schweinfurt 05 30 29:69 17

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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