Wollitz kündigt "harte Entscheidungen" an: Muss Cottbus-Topspieler Cigerci jetzt auf die Bank?

Cottbus - Muss jetzt Energies Topspieler Tolcay Cigerci (31) auf die Bank? Sein Trainer Pele Wollitz (60) kündigt nach dem Krampf-Auftritt gegen Ulm (1:1) gravierende Änderungen an.

Energie Cottbus und Tolcay Cigerci (31, l.) agieren seit Wochen bemüht, aber glücklos.
Energie Cottbus und Tolcay Cigerci (31, l.) agieren seit Wochen bemüht, aber glücklos.  © Imago / Jan Huebner

Mit gesenktem Kopf huschte Tolcay Cigerci durch die Mixed-Zone. Der Cottbuser Unterschiedspieler steht dieser Tage sinnbildlich wie kein Zweiter für die harmlose Offensive.

Selbst das Ende des Ramadan und das "Zuckerfest" tags zuvor gaben dem Deutsch-Türken keinen Energie-Schub. Zu oft verzettelte sich Techniker, zu oft rieb sich der Zehner in Räumen auf, die nicht seine sind.

Das Bemühen ist Cigerci nicht abzusprechen, er fordert den Ball, übernimmt viel Verantwortung. Allerdings ist dem Zauberfuß die Leichtigkeit komplett flöten gegangen.

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Fakt ist: Sein bestes Spiel in der Rückrunde machte Cigerci gegen VfB Stuttgarts U23, als er nach einer Stunde von der Bank kam und frei aufspielen konnte. Binnen fünf Minuten drehte Energie das Spiel. Könnte ein Bankplatz für ihn die fesseln lösen?

Sein Trainer erklärt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel vielsagend: "Ich weiß immer, welche Konsequenzen daran hängen könnten. Ich muss mich davon frei machen, so weh wie das auch tut und so hart Entscheidungen auch sein können. Ich muss mich davon frei machen, dass im Moment der ein oder andere Spieler nicht in dieser Verfassung ist, die man braucht gerade in so einer Situation."

Energie Cottbus ist seit drei Partien sieglos und hat daheim viermal in Folge Remis gespielt

Pele Wollitz (60, l.) wirkt ernüchtert nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge.
Pele Wollitz (60, l.) wirkt ernüchtert nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge.  © TAG24/Lukas Schulze

Ob damit Cigerci gemeint war? Ins Puzzle passt, dass Wollitz schon am Donnerstag vor dem Spiel auf TAG24-Nachfrage das Gedankenspiel aufgemacht hatte:

"Stellen sie sich mal vor, [...] ich lass’ ihn draußen und das Spiel läuft dann nicht so: Ich habe hier Themen und wahrscheinlich sind die Konsequenzen danach extrem hoch. Mit diesem Spagat arbeite ich jeden Tag."

Nach dem Dämpfer gegen Kellerkind Ulm scheint bei Wollitz ein Umdenken eingesetzt zu haben: "Wenn man es zu lange macht und immer wieder nicht aus dieser Situation rauskommt, gilt es auch in dieser Verantwortung, die wir haben, das umsetzen."

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Fest steht: Cottbus wartet seit drei Partien auf einen Sieg, daheim sind es gar vier Remis in Folge. So wird das ganz schwer mit dem Aufstieg!

Ein "Weiter-so" darf es nicht geben. Wollitz hat jetzt in der Länderspielpause 14 Tage Zeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Titelfoto: Imago / Jan Huebner

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