Cottbus/Krieschow - Aus Lokalrivalen könnten bald Kooperationspartner werden ... Um seine eigenen Nachwuchstalente besser zu fördern, forciert Energie Cottbus eine Zusammenarbeit mit dem lange ungeliebten Ortsnachbarn.
Ausgerechnet der VfB Krieschow, zu dem das Verhältnis vor nicht allzu langer Zeit arg vergiftet war, soll helfen. Doch FCE-Trainer Pele Wollitz (60) stellt klar: "Mich interessieren die Diskussionen, was da früher war, sowieso nicht. Mich interessiert das Hier und Jetzt."
Und das sah zuletzt in puncto Eigengewächse nicht allzu rosig aus. In den letzten zwei Saisons schaffte kaum ein Jugendspieler den direkten Sprung in den Profikader.
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag führt Wollitz aus: "Wenn wir weiterkommen wollen, bin ich der Meinung, brauchen wir den Nachwuchs anders aufgestellt, um die Spieler frühzeitiger an uns heranzuführen."
Schon im Sommer hatte Wollitz laut über eine U21 nachgedacht, den Gedanken aufgrund finanzieller Zwänge aber als nicht realisierbar eingeordnet.
Energie wäre bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga der einzige Klub ohne U23, Krieschow (20 Autominuten vom Cottbuser Zentrum) könnte künftig als "Farm-Team" fungieren. Wollitz: "Ich glaube, dass das ein Standort wäre, an dem wir beide nur gewinnen können."
Energie Cottbus' Talente könnte über den VfB Krieschow den Sprung zum Herrenspieler schaffen
Der Plan: Energie gibt den besten Jugendspielern einen Herrenvertrag und leiht sie zum Nachbarn in die NOFV-Oberliga-Süd aus. Dort können sie Spielpraxis im Herrenbereich sammeln und reifen.
Krieschow bekommt gut ausgebildete Talente und erhöht die Chancen, auf Sicht endlich den lang avisierten Sprung in die Regionalliga Nordost zu packen.
Und die Chancen sollen vorsichtig gut stehen! Energie führte in den vergangenen Wochen zwei Gespräche mit Vorstand Christoph Lehmann und Sportchef Toni Lempke (42, Vater Ralf sitzt im Präsidium von Energie).
Im Laufe des Aprils soll eine Entscheidung fallen. Im Positivfall könnte die Kooperation schon zur neuen Serie starten.
Wollitz fasst zusammen: "Für die Region wäre es gut, für beide Vereine wäre es gut, für die jungen Spieler wäre es gut. [...] Ob das alles so umsetzbar ist, da sind wir gerade dabei, das herauszufinden. Sei das mit den Beratern, sei das mit den Spielern."
Ironie des Schicksals: Ende Mai treffen Cottbus und Krieschow sportlich aufeinander, kämpfen im "Lausitz-Finale" um die Pokalkrone Brandenburgs.