Gefeiert, gefallen, veralbert, vergöttert: Cottbus' Aufstieg ist Wollitz' Meisterstück

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Cottbus/Regensburg - Energie Cottbus ist zurück in der 2. Bundesliga - daran war vor wenigen Jahren nicht zu denken. Der Baumeister des Lausitzer Erfolgs heißt Pele Wollitz (60)! Er hat sich in seiner dritten Amtszeit seine eigene Statue erschaffen.

Das Herz am rechten Fleck. Wollitz verließ zweimal Energie - und führte Cottbus dorthin zurück, wo er einst die Lausitzer übernommen hatte. (Archivfoto)
Das Herz am rechten Fleck. Wollitz verließ zweimal Energie - und führte Cottbus dorthin zurück, wo er einst die Lausitzer übernommen hatte. (Archivfoto)  © IMAGO / Fotostand

Er emotionalisiert, er polarisiert, er schießt übers Ziel hinaus. Er wurde selbst in Cottbus als "Ahnungsloser" abgestempelt und wollte es allen noch mal zeigen.

Seit Jahren arbeitete Wollitz insgeheim an diesem Traum, noch einmal in die 2. Liga zurückzukehren, Energie im Jahr des 60. Geburtstages zu beschenken. Der Aufstieg ist nicht nur ein neues Kapitel des Lausitzer Fußball-Wunders, es ist Wollitz' Meisterstück.

Laut dem Trainer sei Cottbus auf Rang 16 in der Etat-Tabelle. Energie schafft es immer wieder, unbekannte Namen oder Spieler an Tiefpunkten ihrer Karriere zu Höchstleistungen zu entwickeln.

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Ein Verdienst, der zu großen Teilen Wollitz anzurechnen ist, der mit seinen Methoden oft aneckt, aber im Sinne der Sache handelt.

Und er ist einer der letzten überlebenden Trainer seiner Generation, der sich treu blieb und sich dennoch den Zeichen der Zeit anpasste.

Wollitz ballt die Fäuste, der Aufstieg ist auch sein Meisterwerk.
Wollitz ballt die Fäuste, der Aufstieg ist auch sein Meisterwerk.  © Jens Niering/dpa

Pele Wollitz ist speziell, wird oft nicht verstanden und genau dafür in der Lausitz geliebt

Erst gefeiert, später gefallen, häufig veralbert, ab heute wird Wollitz vergöttert. (Archivfoto)
Erst gefeiert, später gefallen, häufig veralbert, ab heute wird Wollitz vergöttert. (Archivfoto)  © Frank Hammerschmidt/dpa

Wollitz wurde in seiner ersten Cottbuser Amtszeit samt DFB-Pokal-Halbfinale gefeiert. Später fiel er gleich zweimal tief, weil seine Abgänge Hals über Kopf Rätsel aufgaben. Er wurde und wird beschimpft, belächelt, zum Teufel gejagt.

Häufig veralbern Fans Wollitz aufgrund seiner Emotions-Explosionen, seiner Rhetorik, seiner ureigenen Art. Dabei war Energies Trainer immer echt und direkt, geradeaus und jedes Mittel war recht, um zum Ziel zu kommen.

Der Aufstieg ist der vierte in seiner Trainerlaufbahn, sein dritter mit Cottbus und der größte seiner Karriere. Auch wenn es Fußball-Deutschland nicht versteht - in der Lausitz wird er ab heute vergöttert.

Titelfoto: IMAGO / Fotostand

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