Keine Freude über den Sieg: Cottbus hat ein Kopfproblem

Cottbus - Energie Cottbus fährt gegen Schweinfurt den ersten Sieg des Jahres ein (2:1), doch so wirklich zufrieden ist nach dem Wackel-Sieg gegen den Tabellenletzten niemand. Hemmt der omnipräsente Aufstiegswunsch das Team?

Keine Freude über den Sieg bei Pele Wollitz (60): Der mentale Zustand seines Team macht ihm große Sorgen.  © IMAGO / Max Kilian

Die Erklärung bringt zumindest Energie-Trainer Pele Wollitz (60) nach dem Spiel an. Die zweite Hälfte sei "sehr verkopft, sehr ängstlich" gewesen. Viele Spieler hätten "kein Vertrauen zu sich selbst" gehabt.

Der Mannschaft gehe derzeit "die Liebe" zum Fußball ab, weshalb Wollitz auch von einem "glücklichen Sieg" sprach. Unter anderem hätte Schweinfurt unmittelbar vor der Pause einen Elfer statt Freistoß kriegen müssen.

Wollitz: "Wir spielen im Moment total verunsichert, total verkrampft. Ein Beispiel: Ich hab noch nie so eine schlechte Halbzeit gesehen von Henry Rorig."

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Fakt ist: Dass die Mannschaft ein Kopfproblem hat, ist spätestens mit dem Schweinfurt-Spiel offensichtlich. Dieses hat in der Winterpause mit dem Gewinn der Herbstmeisterschaft eingesetzt. Der Titel ist für Cottbus mehr Bürde als Würde!

Die Erwartungen bei einigen Fans (und einigen Spielern) schossen in den Himmel, Energie ist medial plötzlich bundesweit ein Thema. Die Mannschaft lasse sich von außen "manipulieren", so Wollitz bei MagentaSport.

"Wir spielen in Saarbrücken 1:1. Dann diskutieren wir [im Umfeld] eine Woche: Das ist zu wenig. Aber das verunsichert jeden einzelnen Spieler."

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Energie Cottbus hat wenige mental starke Spieler

Wollitz selbst wirkt dieser Tage auf den Pressekonferenzen sehr nachdenklich.  © TAG24/Lukas Schulze

Bezeichnend ist auch: Gegen die Schnüdel sorgten die derzeit mental stärksten Spieler für die Tore. Wieder einmal markierte Moritz Hannemann (27) das wichtige erste Energie-Tor. Es war der vierte Treffer dieser Art diese Saison.

Kapitän Axel Borgmann (31), eigentlich Linksverteidiger, erzielte in Mittelstürmer-Position das 2:1. Beide Tore legte Erik Engelhardt (27) vor.

Die drei waren es auch vor allem, die in der Mixed-Zone sprechen wollten. Einigen anderen Spielern war an diesem Tag der Kopf nicht danach.

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Darunter auch Geburtstagskind Tolcay Cigerci (31), der nach wie vor kränkelt und wie schon in Saarbrücken nicht an seine Top-Verfassung herankam.

Wollitz ist in den kommenden Wochen als Psychologe seines Teams gefragt. Und im Umfeld als Stimmungsbote.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 MSV Duisburg 21 38:22 40
2 FC Energie Cottbus 21 45:35 40
3 SC Verl 20 49:28 38
4 Rot-Weiss Essen 21 41:32 38
5 FC Hansa Rostock 20 33:20 35
6 VfL Osnabrück 20 29:21 35
7 TSG 1899 Hoffenheim II 21 42:34 31
8 SV Wehen Wiesbaden 20 26:23 31
9 TSV 1860 München 20 30:30 31
10 Viktoria Köln 21 30:27 30
11 SV Waldhof Mannheim 20 34:36 29
12 VfB Stuttgart II 21 27:32 29
13 FC Ingolstadt 04 21 37:31 28
14 SSV Jahn Regensburg 21 28:34 24
15 Alemannia Aachen 21 31:39 24
16 1. FC Saarbrücken 21 30:34 23
17 FC Erzgebirge Aue 21 24:33 22
18 SSV Ulm 1846 21 29:45 19
19 TSV Havelse 21 30:44 16
20 1. FC Schweinfurt 05 21 19:52 9

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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