Nach der Zusage kommt die Absage! Politiker meiden Vereinsgeburtstag von Cottbus

Cottbus - Nach der Zusage kommt die Absage! Das Land Brandenburg hat grünes Licht für die Baumaßnahmen am Cottbuser Stadion gegeben - zum feierlichen 60-jährigen Vereinsgeburtstag will sich aber kein Landespolitiker sehen lassen.

Sowohl Sportminister Steffen Freiberg (44, 2.v.o.l.) als auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (66, 4.v.u.l.) haben für den 60. Cottbuser Vereinsgeburtstag abgesagt.
Sowohl Sportminister Steffen Freiberg (44, 2.v.o.l.) als auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (66, 4.v.u.l.) haben für den 60. Cottbuser Vereinsgeburtstag abgesagt.  © Christophe Gateau/dpa

Am Donnerstagvormittag verkündete der Aufstiegsaspirant, dass das LEAG Energie Stadion ab sofort für die 2. Bundesliga ertüchtigt werden kann - elf Monate nach der politischen Zusage.

Doch auf die Erleichterung folgte der Stimmungsdämpfer: Denn an den Feierlichkeiten am Samstag wird - Stand Donnerstag - kein Politiker aus der Potsdamer Staatskanzlei teilnehmen.

Dies stellte FCE-Oberhaupt Sebastian Lemke (42) auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hoffenheims U23 fest:

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Energie Cottbus Neuer Sportminister in Brandenburg: Bekommt Cottbus jetzt das Geld fürs Stadion?

"Selbstverständlich haben wir als mitgliedstärkster und - ich glaube - als erfolgreichster Verein in Brandenburg auch die Politik eingeladen. Wir haben leider auch nach Zusagen Absagen bekommen. Stand heute ist aus Potsdam kein Besuch da, was ich persönlich sehr schade finde."

In den vergangenen Monaten ging es rund um die Cottbuser Stadiondebatte selten geräuschlos zu. Besonders das Verhältnis zu Ministerpräsident Dietmar Woidke (66, SPD) und Sportminister Steffen Freiberg (44, SPD) gilt als angespannt.

Energie Cottbus ringt weiterhin um große Stadion-Lösung

Das LEAG Energie Stadion (vorher Stadion der Freundschaft) gilt als Kultstätte, die allerdings in die Jahre gekommen ist und generalüberholt werden müsste.
Das LEAG Energie Stadion (vorher Stadion der Freundschaft) gilt als Kultstätte, die allerdings in die Jahre gekommen ist und generalüberholt werden müsste.  © Julius Frick/dpa

Nach Schilderungen Lemkes brachte in den vergangenen Wochen eine andere Person aus der Staatskanzlei den Stein ins Rollen. Nach wie vor ist die Stadion-Förderung nicht bewilligt, gilt aber als wahrscheinlich.

Für Lemke kein Grund der Zufriedenheit: "Wir sind dankbar, das sind zwei Millionen Euro Steuergelder, die uns übergeben werden. [...] Aber ich muss es leider betonen: Es ist nur Pflasterkleben und ab Montag geht es dann weiter, um vielleicht etwas Größeres zu kämpfen."

Energie pocht auf eine größere Stadion-Lösung. Doch selbst die dafür beauftragte Studie hängt zwölf Monate nach Beantragung in der Schwebe.

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Lemke angesäuert: "Das ist alles viel Geld, ich will das alles nicht kleinreden. Aber wir reden über 250.000 Euro, wo andere Male - in meiner Welt - leichter Millionen-Beträge rausgegeben werden. Und ich betone es nochmal, ich hab es jetzt auch schriftlich aus Potsdam: Fußball ist in Brandenburg ein Kulturgut und damit ist es auch förderfähig."

Energie Cottbus hat in der kurzfristigen Ertüchtigung des LEAG Energie Stadions ein "Etappenziel" erreicht. Und muss in den nächsten Monaten Brücken nach Potsdam bauen.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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