Sieben gute Gründe: Darum ist Cottbus dieses Jahr reif für den Aufstieg
Cottbus - Die Tür zur 2. Bundesliga ist geöffnet, geht Energie Cottbus in Regensburg hindurch? TAG24 nennt sieben gute Gründe, warum am Samstag das Wunder von der Lausitz vollendet wird.
1) Motivation: Energie ist heiß bis in die Haarspitzen, hat spätestens nach dem späten Sieg über Wiesbaden realisiert, dass das Wunder nicht nur zum Greifen nah, sondern aus eigener Kraft möglich ist.
Trainer Pele Wollitz (60) hatte zum Jahresbeginn seinem Team mitgegeben, dass das die entscheidenden fünf Monate ihrer Karriere werden könnten. Diese Aussicht versetzte Berge. Zahlreiche Akteure haben noch nie wirklich 2. Liga gespielt, dazu zählen auch Kapitän Axel Borgmann (31) und Spielmacher Tolcay Cigerci (31).
2) Teamspirit: Das Team tritt als geschlossene Einheit auf, selbst Ex-Bundesliga-Star Tolga Cigerci (34) nimmt seine Rolle als Teilzeitkraft mit Bravour an, avancierte zum Matchwinner. Nahezu alle Spieler akzeptieren Entscheidungen.
Bankdrücker Tim Campulka (27), in der Hinrunde Stammkraft, pusht und jubelt von draußen seit Wochen so, als würde er auf dem Platz stehen. King Manu (22) fuhr trotz Gelbsperre als moralische Unterstützung in der Vorwoche mit zum Auswärtsspiel nach Duisburg.
Energie Cottbus ist stabiler als in der Vorsaison, hat immer wieder Antworten auf Rückschläge
3) Fokus und Vertrauen: Die Trainer verkünden seit Wochen immer zwei Tage vor dem Spiel Aufstellung, Taktik und Details, um die Sinne zu schärfen. Das ist intensiv, bringt aber Extrapunkte. Weil alle die Marschroute mitgehen, findet das Vorgehen Anklang.
Vertragsknatsch wie im Vorjahr gibt es nach umfassenden TAG24-Recherchen keinen.
4) Neue Stabilität: Energie hat sich in der Rückrunde defensiv enorm gesteigert, kassierte nur 18 Gegentore in 18 Spielen, die zweitwenigsten nach dem VfL Osnabrück. Wenn Tolga Cigerci auf dem Platz steht, ist die Weste sogar blütenweiß.
Nach der Leistungsdelle und Länderspielpause im März fand das Team wieder seinen Weg, kam ohne Krise durch. Form und Flow im Saisonfinale stimmen anders als im Vorjahr.
5) Umgang mit Rückschlägen: Trotz Fehlern, Gegentoren, Sperren, Niederlagen hatte die Truppe immer eine Antwort parat - wie gegen Wiesbaden.
Cottbus ist reif für den Aufstieg und in Deutschland nach Bayern München die Mannschaft, die die zweitmeisten Zähler nach Rückstand holt. Acht Siege und 25 Punkte sind das.
6000 Fans begleiten Cottbus nach Regensburg - Energie hat nicht mehr zu verlieren als die Konkurrenz
6) Fan-Zuspruch: Der Heimbereich gegen Wiesbaden war ausverkauft, der Essen-Knaller nahezu. Die Tickets fürs Saisonfinale in Regensburg gingen weg wie warme Semmeln. Mindestens 6000 Cottbuser werden ihr Team begleiten und das Auswärts- zum Heimspiel machen.
Trotz Fehlern und Rückschlägen gab es quasi nie Pfiffe. Die Fans wissen die Leistung längst einzuordnen. Es herrscht nicht nur eine Riesen-Euphorie, sondern auch Glaube an das Wunder.
7) Der Druck ist für alle gleich: Der Anspannung ist nach Samstag Zuversicht gewichen, auch weil fürs Endspiel keine weiteren Sperren dazukamen. Cottbus ist in der Pole-Position gefragt, hat aber nicht mehr zu verlieren als die Konkurrenz.
Duisburg und Essen schenkten eine bessere Ausgangsposition in den Vorwochen her und müssen genauso am letzten Spieltag erst mal liefern.
Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

