Fan-Konflikt geht in die nächste Runde! Kopier-Kritik in brisantem Ostderby

Cottbus - Keine Tore im Ostderby zwischen Energie Cottbus und Hansa Rostock, aber Gesprächsstoff auf den Rängen: Ein Spruchband sollte das Verhalten der Cottbuser Fanszene denunzieren.

Das Rostocker Spruchband war als klare Kritik an die Fanszene von Cottbus gerichtet.
Das Rostocker Spruchband war als klare Kritik an die Fanszene von Cottbus gerichtet.  © IMAGO / Steffen Beyer

Im mit Zaunfahnen geschmückten Gästeblock ging Mitte der zweiten Hälfte dieses Transparent der Hanseaten hoch: "Dass ausgerechnet ihr euch über die Suche nach Identität echauffiert ... während ihr Gesänge, Aufkleber und Stil aus der ganzen Welt kopiert."

Die Kritik war die Reaktion auf eine Aktion von Energies Fanszene.

Vor zwei Wochen hatten Cottbus' Ultras in Aue die Heimfans mit einem Spruchband provoziert und eine Eskalation des Ostderbys und einen Platzsturm der Heimfans ausgelöst.

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Auf dem damaligen Transparent stand geschrieben: "Cottbus grüßt alle fahnenlosen Schachter auf der Suche nach ihrer Identität."

Mit diesem Transparent provozierte Energie im Erzgebirge.
Mit diesem Transparent provozierte Energie im Erzgebirge.  © Picture Point / Sven Sonntag

Ein heftiger Seitenhieb auf den Verlust der Zaunfahnen der Auer Ultras Ende November des Vorjahres. Nach wie vor ist die Identität der Räuber nicht geklärt, weder Cottbus noch Rostock präsentieren in ihren Duellen gegen Aue das Diebesgut in ihren Blöcken.

Energie Cottbus gegen Hansa Rostock: Ultraszenen planten Konfrontation in der Lausitz

Dieses Waffen-Banner entrollte die Rostocker Ultraszene in den Spielen vor dem Ostduell gegen Cottbus.
Dieses Waffen-Banner entrollte die Rostocker Ultraszene in den Spielen vor dem Ostduell gegen Cottbus.  © IMAGO / Andy Bünning

Wie ist das neuerliche Spruchband von Hansa-Seite einzuordnen? Tatsächlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch die Ultras von Energie Cottbus Inhalte anderer Klubs für ihre Zwecke imitieren. Allerdings ist das kein Cottbus-Phänomen, sondern in vielen Fanszenen gang und gäbe.

Was viele Außenstehenden darüber hinaus nicht wissen: Ein Teil des Konflikts sollte schon am Vorabend physisch ausgetragen werden. Die beiden verfeindeten Ultraszenen hatten sich im Vorfeld des Ostderbys zu einem Aufeinandertreffen in der Nacht von Freitag auf Samstag in Cottbus verabredet.

Zu einer tatsächlichen Konfrontation kam es aber nicht. Die Darstellungen, warum, gehen auseinander.

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Rostock hatte in den zwei Liga-Spielen zuvor die Cottbuser Fanszene mit einem Banner und einer martialischen Botschaft triggern wollen: "Cottbus your END is near."

Energie hatte während des Spiels immer wieder lautstark "Hansa-Schweine" angestimmt.

Dass es auch deutlich freundschaftlicher im Fußballosten zugehen kann, bewies Hansas wohl bekanntester Vlogger "realmx". Vor dem Ostkracher testete der YouTuber mit seiner "Schippercrew" im Spreewald, also dem Lausitzer Einzugsgebiet, mit Vergnügen Senfgurken und Gurkenradler.

Die Partie verbrachte er trotz Hansa-Herz in der Brust mit seinen Kameraden ganz friedlich auf der FCE-Haupttribüne. Nach Abpfiff stellte er fest: "Alles Gute weiterhin für die Cottbuser, wir wurden weitestgehend gut aufgenommen."

Titelfoto: IMAGO / Steffen Beyer

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