Trotz zweier Eckball-Gegentore: Darum trainiert Wollitz keine Standards
Cottbus - Leichtsinn oder Psychologie? Trotz zweier Eckball-Gegentore, die Energie Cottbus im Flutlicht-Hit gegen Aachen das Genick brachen, sträubt sich FCE-Coach Pele Wollitz (60) dagegen, gesondert ruhende Bälle zu trainieren.
"Standardsituationen haben wir bewusst nicht, explizit nicht diese Woche gemacht. Auch wenn wir letzte Woche vielleicht dadurch selbst das Spiel gekillt haben im Negativen", erklärt der Trainer-Fuchs auf der Pressekonferenz vor Ulm (Samstag, 14 Uhr).
Unterschätzt Wollitz die Wichtigkeit von ruhenden Bällen? Nein. Der 60-Jährige fährt vielmehr einen psychologischen Ansatz: "Ich glaube, wenn du die darauffolgende Woche das machst, ist das mehr kontraproduktiv, zumindest sagt das meine Erfahrung."
Schwerpunkt seien stattdessen diese Woche im Training "Spiel mit dem Ball, Gegenpressing und Intensität" gewesen.
Mit anderen Worten: Wollitz will das Thema Standards nicht zum Problem machen oder verschlimmbessern, weil Energie in der Rückrunde bis dato keine Anfälligkeiten diesbezüglich zeigte.
Wollitz: "Im heutigen Fußball wird das gar nicht mehr so trainiert. Es werden Abläufe trainiert, aber selten mit Gegenspielern."
Energie Cottbus kann gegen SSV Ulm wieder auf King Manu zurückgreifen, Awortwie-Grant fraglich
Hinzu kam, dass am Tivoli in King Manu (22) und Tim Campulka (26) die wohl beiden Kopfball-stärksten Energie-Akteure nicht auf dem Platz standen.
Manu dürfte nach überstandenem grippalen Infekt gegen Ulm in die Startelf zurückkehren, zumal Manndecker-Kollege Nyamekye Awortwie-Grant (25) wegen Rückenproblemen diese Woche noch gar nicht trainieren konnte.
Außerdem brach Wollitz auf der PK für seine zuletzt etwas glücklosen Topspieler Tolcay Cigerci (31) und Erik Engelhardt (27) eine Lanze:
"Am Ende ist es wichtig solchen Spielern gerade in dieser Phase die Rückendeckung zu 100 Prozent zu geben. Und ich finde, dass auch diese Spieler - das meine ich zu 100 Prozent so - auch mal das Recht haben ein schlechteres Spiel zu haben."
Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa

