Greifswald/Cottbus - Jetzt wird scharf geschossen! Am Mittwoch startete der Greifswalder FC ins erste Training der Saison mit Neu-Trainer Alain Karim (39) und den Zugängen Joel Awuah, Michael Sternberg und Musa Alkan (alle 19) von Energie Cottbus. Allerdings ohne Gastspielgenehmigung, was den schwelenden Streit endgültig verschärft.
Darauf angesprochen äußert FCE-Präsident Sebastian Lemke (42) gegenüber TAG24 deutlich: "Wir sind mehr als irritiert, dass Personen, die bis 30. Juni bei uns unter Vertrag stehen, ganz offensichtlich für einen anderen Verein tätig sind. Das Ganze jedoch ohne uns darüber zu informieren oder um die notwendige Erlaubnis zu bitten."
Normalerweise sind solche Vorgänge nur eine Formalie und ein Gentlemen's Agreement.
Aber: Der GFC versäumte es offenbar vorab, sich die Genehmigungen aus Cottbus einzuholen. Nach TAG24-Infos ging erst am Freitag, dem 19. Juni, also zwei Tage nach Trainingsstart die offizielle Anfrage ein.
Einmal in Rage, stellt Energies Boss das Vorgehen des GFC deutlich an den Pranger: "Spieler, die von uns nach Greifswald gewechselt sind, trainieren ohne schriftliche Gastspielerlaubnis. Das ist weder zulässig noch professionell und wirft noch mehr Fragen auf. Übrigens ist das für die Spieler versicherungstechnisch äußerst problematisch."
Jedoch ist nach TAG24-Informationen davon auszugehen, dass sich beide Klubs in dem Streitthema annähern und die Gastspielgenehmigungen ausgestellt werden.
GFC-Pressesprecher Philipp Weickert: "Wir haben im Vorfeld versucht über Berater und Eltern der Spieler die Gastspielgenehmigung einzuholen. Leider blieb dies ohne Erfolg und jetzt haben wir den direkten Kontakt zu Energie Cottbus gesucht. Wir sind dankbar, dass Energie Cottbus nun schnell reagiert hat und uns die Genehmigungen ab Samstag gibt."
Greifswalder FC: Matthias Rahn und Alain Karim werden noch von Energie Cottbus bezahlt
So weit die Formalitäten, was eigentlich hinter dieser kruden Nummer steckt: Energie stößt dem Vernehmen nach vor allem das Agieren von Matthias Rahn (36, neuer Sportchef) und Alain Karim bitterböse auf.
Nicht nur, dass das Duo im Unfrieden aus Cottbus ging. Sie lotsten direkt oder indirekt insgesamt fünf Talente aus der Lausitz an den Greifswalder Bodden, obwohl sie noch von Cottbus Gehalt beziehen.
Mit anderen Worten: Energie bezahlt das Duo bis Ende Juni dafür, dass sie einen Spieler nach dem anderen von ihrem Noch-Arbeitgeber wegtransferieren!
Nun haben die Jungs bei auslaufenden Verträgen die freie Arbeitgeberwahl. Auch ist es keine Seltenheit, dass Trainer oder Sportchefs ihnen vertraute Spieler mit zu einem neuen Klub nehmen. In der Häufung jedoch schon.
Auf welchem dünnen Eis sich die neue Sportliche Führung in Greifswald bewegt, zeigt auch, dass Rahn bis zum 30. Juni für keine offiziellen und inoffiziellen Gespräche zur Verfügung steht.
Zuvor hatte der neue Sportchef stolz Transfers auf der Vereins-Homepage kommentiert und in den sozialen Medien die Neuzugänge in Clips des Klubs begrüßt.
Erstmeldung: 15 Uhr, zuletzt aktualisiert: 16.45 Uhr Uhr