Werder-Test macht Mut, aber dieser Punkt muss bei Energie noch besser werden
Cottbus - Schämen muss sich Energie Cottbus für die 2:4-Niederlage gegen Werder Bremen im letzten Härtetest vor dem Zweitligastart nun wirklich nicht. Hinten präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Pele Wollitz (60) über weite Strecken griffig, vorne immer wieder gefährlich. Nur mit einem Punkt haderten der Übungsleiter und seine Akteure gleichermaßen.
Was muss beim Aufsteiger für eine erfolgreiche Saison im deutschen Unterhaus noch besser werden? Die Antwort lag nach der Vorbereitung beim FCE auf der Hand: "Wir haben in allen drei Spielen zuletzt festgestellt, dass wir nicht effektiv genug sind", sagte der Trainer nach der XXL-Generalprobe gegenüber der "Lausitzer Rundschau".
"Bevor es heute 1:1 stand, muss das Spiel 2:0, wenn nicht sogar 3:0, stehen", fügte Wollitz an. Tatsächlich erwischten die Hausherren am Samstag einen sehr starken Start, während Werder etwas mehr Anlaufzeit benötigte. Ausgenutzt wurde aber "nur" ein Patzer von Bremens Torhüter Karl Hein (24), den Tolcay Cigerci (31, 6.) ins Netz beförderte.
Nach dem Seitenwechsel hatten unter anderem Justin Butler (25, 75.), Erik Engelhardt (28, 77.) und Julian Guttau (26, 102./114.) noch teils hervorragend rausgespielte Top-Gelegenheiten, aber nur Kapitän Axel Borgmann (32) brachte das Leder mit einem Distanzschuss in den Maschen unter.
"Ich glaube, dass wir identisch viele Chancen hatten, aber wir machen die nicht rein. Und dann steht es am Ende halt 4:2", so Guttau.
Julian Guttau: Bundesligist noch "den Tick abgezockter"
Wollitz und Guttau waren sich einig, dass die Partie schnell in Richtung von Energie hätte kippen können, wenn die Lausitzer nur etwas effizienter gewesen wären. Werder verwandelte die eigenen glasklaren Möglichkeiten hingegen eiskalt.
"Das sind die kleinen Unterschiede, die es am Ende ausmachen zwischen uns als Neuling der 2. Liga und einem gestandenen Bundesligisten", bilanzierte Guttau. "Man sieht, dass die Jungs noch den Tick ruhiger, den Tick abgezockter sind."
Auch Leonardo Bittencourt (32) entging das große Manko im Spiel gegen seine Ex-Kollegen nicht: "Wir nehmen mit, dass wir noch eine Woche Zeit haben, um ein paar Sachen aufzuarbeiten. Ein Stück effektiver zu sein, ein Stück uns auch zu belohnen. Daran zu glauben, dass wir mithalten können, egal wie gut der Gegner ist", erklärte der Rückkehrer.
Für Coach Wollitz zeigte der Chancenwucher jedoch auch, "dass wir eine Mannschaft bespielen können", so der 60-Jährige. Wenn dazu auch noch die Treffer fallen, muss sich Energie vor gar keinem Gegner in der 2. Liga fürchten.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Fotostand, IMAGO / Matthias Koch

