Bayern-Boss Hainer erleichtert: "Aberwitzige Idee vom Tisch"
Von Christian Kunz und David Joram
München - Der "Spuk" ist vorbei: Bayern-Präsident Herbert Hainer (72) begrüßt das Aus für die FIFA-Investorenpläne und den gesamten Vorgang scharf kritisiert.
"Es ist ein Glück, dass dieser Spuk so schnell vorbeigegangen ist wie er gekommen ist, und dass diese aberwitzige Idee vom Tisch ist", sagte Hainer kurz vor dem Abflug der Münchner Fußballprofis nach Südkorea. Dort beginnt für den Rekordmeister seine Asien-Tour.
In der Nacht zum Samstag hatte der Weltverband FIFA die Pläne beendet, Anteile an den kommerziellen Rechten seiner Wettbewerbe wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM an private Investoren zu verkaufen. "Man muss jetzt sicherstellen, dass so eine Idee nicht mehr auf den Tisch kommt", sagte Hainer.
Der 72 Jahre alte Chef des FC Bayern äußerte auch Verständnis für die Mitteilungen der Europäischen Fußball-Union UEFA, die dem Weltverband FIFA unter anderem mangelnde Transparenz vorgeworfen und einen Vertrauensverlust beklagt hatte.
"Dieser Vorgang ist eigentlich unglaublich, dass niemand eingeweiht war vorher von den ganzen Verbänden, und das über Nacht auf den Tisch kam", meinte Hainer.
"Grundstrukturen des Fußballs angegriffen"
"Fußball muss Fußball bleiben", forderte der führende Bayern-Repräsentant. "Die FIFA hat als oberster Dachverband die Aufgabe, den Fußball zu organisieren. Und wenn Fremdinvestoren mitbestimmen wollen, dann besteht immer die Gefahr, dass an den Grundprinzipien und Grundstrukturen des Fußballs angegriffen wird und dass man sich vergreift."
Das könne Anstoßzeiten betreffen oder Hydration Breaks, nannte Hainer als Beispiele. Dreiminütige Trinkpausen hatte es bei der vergangenen WM in den USA, Kanada und Mexiko erstmals bei jedem Turnierspiel gegeben hatte.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
