Aue hat ausgiebig gefeiert, doch gegen Aachen steht die Zukunft auf dem Spiel!
Aue-Bad Schlema - Erzgebirge Aue hat am Mittwochabend ausgiebig die Vergangenheit gefeiert. Nostalgisches Schwelgen und eine willkommene Ablenkung in schweren Zeiten. Am Samstag muss sich der Kumpelverein wieder auf die Gegenwart konzentrieren und gegen Alemannia Aachen gewinnen. Sonst steht die Zukunft auf dem Spiel!
In den nächsten elf Spielen müssen bei derzeit acht Punkten Rückstand und der deutlich schlechteren Tordifferenz neun Zähler auf den 1. FC Saarbrücken auf dem ersten Nichtabstiegsplatz gutgemacht werden, will Aue noch die Klasse halten.
Ab jetzt ist jedes Spiel ein gefühltes Endspiel, wenngleich Coach Christoph Dabrowski (47) wenig von solchen Ultimativen hält.
"Der Begriff eignet sich höchstens zum Dramatisieren!", meint der 47-Jährige, gibt aber zu: "Natürlich sind wir nicht blauäugig. Die Chancen, um heranzurücken, werden weniger. Das Heimspiel gegen Aachen ist wichtig, keine Frage."
Was Zuversicht stiftet, ist die über weite Strecken ordentliche Vorstellung gegen 1860 München, wo auch die Abwehr weniger gewackelt hat. Schon vor diesem Spiel hatte Dabrowski gesagt, man habe nichts mehr zu verlieren.
Ist eine solche Herangehensweise vielleicht sogar förderlich, weil eh kaum einer mehr was von einem erwartet und der Druck dadurch sinkt? Immerhin spielt sich auch viel im Kopf ab ...
Marcel Bär suchte Schuld bei sich
"Mit Druck geht jeder anders um. Das lässt sich nicht verallgemeinern, auch innerhalb einer Mannschaft. Wir haben aber nichts mehr zu verlieren, nur noch zu gewinnen. Die Leistung gegen 1860 war okay, für den dringend benötigten Dreier hat sie nicht gereicht", sagt Dabrowski.
Und das ist das Bittere: 20:8 Torschüsse haben nicht gereicht, weil nach Martin Männels (37) Parade niemand bei Maximilian Wolfram (7.) stand und der Keeper selbst kurz nach Wiederanpfiff folgenschwer patzte, sodass Sigurd Haugen (50.) Aue ins Tal der Tränen stieß.
Dazu die eigene Chancenverwertung. Marcel Bär (33) suchte die Schuld hinterher bei sich. An ihm, der in den letzten acht Spielen starke viermal traf, liegt es aber am allerwenigsten.
Dabrowski dazu: "Über die Klasse und Effektivität von Marcel Bär brauchen wir nicht zu diskutieren. Doch er allein kann es nicht richten. Wir brauchen Mut und Torgefahr - auch aus anderen Mannschaftsteilen."
Titelfoto: IMAGO/Lackovic

