Aue sofort Regionalliga-Zuschauermagnet, Gästecoach schwärmt: "Das sucht seinesgleichen"
Aue-Bad Schlema - Der Erzgebirgskrimi hat das Lößnitztal anscheinend als Drehort für sich entdeckt, anders ist die Dramaturgie der ersten beiden Heimspiele nicht zu erklären. Erst das Spektakel gegen die VSG Altglienicke (3:3) und nun der Last-Minute-Krimi gegen den BFC Dynamo (3:2) vor einer gigantischen Kulisse.
"Der Drehbuchautor war gar nicht so schlecht. Es hat vielen da draußen Spaß gemacht zuzuschauen", flachste Cheftrainer Khvicha Shubitidze (51) in der Mixed-Zone und wiederholte seine Worte zur Pressekonferenz noch mal.
Aber was war das bitte für ein Blockbuster? Devin Anglebergers (23) 48-Meter-Traumtor zum 1:0 war schon schwer zu toppen, Tim Maciejewski (25) schaffte es dennoch mit dem Matchwinner in der 90. Minute.
Und die 10.265 Zuschauer riss es von ihren Sitzen, sofern sie nicht eh schon in der Fankurve standen.
Überhaupt war die Kulisse aller Ehren wert. Mehr noch: Das Erzgebirgsstadion war am dritten Spieltag der Publikumsmagnet und stach, was die Besucherzahl anbelangte, sogar das Bezirksderby zwischen dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau (10.003 Zuschauer) aus.
Das imponierte in gewisser Weise auch Gästecoach Sven Körner (44), der trotz der späten Niederlage extrem herzliche und warme Worte für den Schacht und seinen Trainerkollegen Shubitidze überhatte.
"Was Erzgebirge Aue für ein Stadion hat, für eine Power mit den Fans, das sucht seinesgleichen - auch wenn es das in der Liga bei anderen Mannschaften auch gibt. Aber was das hier für eine Stimmung war, von beiden Fanlagern, das war schon richtig, richtig gut", so der BFC-Coach.
Fünf Gegentore in drei Spielen
Der Donnerstagabend war dann auch beste Werbung - für die Regionalliga Nordost im Allgemeinen und die Veilchen im Speziellen.
Drei Spiele sind gespielt, in denen Aue in jeder Halbzeit - sechs an der Zahl - getroffen und mit acht Treffern die Tormaschine schon mal angeworfen hat.
"Diesen Fakt nehme ich gerne mit. Wir haben auch jetzt wieder viele positive Dinge gesehen, die wir gerne mitnehmen. Die negativen Sachen - wir lassen drei Chancen zu, von denen zwei drin waren - schmecken mir weniger und daran müssen wir arbeiten", war Shubitidze sofort dazu geneigt, im Überschwang des Erfolgs auf dem Teppich zu bleiben.
Denn: Fünf Gegentore in drei Spielen sind zu viel. "Shubi" ordnete entsprechend nach dem BFC-Spiel ein: "Wir haben bei den Gegentoren klare Abstimmungsprobleme. Um das Timing, das Zusammenspiel und die Abstimmung hinzubekommen, sind zwei Monate zu wenig."
Nach dem XXL-Umbruch benötigt es eben Zeit. Da sind sieben Zähler von neun möglichen dennoch eine saubere Ausbeute, die am Sonntag gegen den BFC Preussen erhöht werden soll.
Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

