Aue wieder auf Abstiegsplatz: Sportchef Tarnat erklärt, wie es mit Jens Härtel weitergeht

Aue - Das Pfeifkonzert mit Abpfiff sprach Bände. Im Erzgebirgsstadion schoben sie nach dem verlorenen Sechs-Punkte-Spiel gegen den SSV Ulm (0:3) kollektiv Frust. Präsident Thomas Schlesinger hatte die ersten drei Spiele nach der Winterpause als Schlüsselspiele bezeichnet. Zwei davon gingen bereits verloren, das dritte folgt am Freitagabend bei Aufsteiger Havelse. Die Veilchen sind angezählt - auch an der Fanbasis.

Coach Jens Härtel (56) hat derzeit noch die Rückendeckung vom Sportchef und dem Vorstand.
Coach Jens Härtel (56) hat derzeit noch die Rückendeckung vom Sportchef und dem Vorstand.  © Picture Point/Gabor Krieg

Da wurde von nicht wenigen am Wochenende auf Trainer-raus-Modus umgeschaltet. Einer, der dies entscheiden müsste, wäre der neue Sportchef Michael Tarnat. Beteiligt er sich an einer Trainerdebatte?

"Du gehst mit der Hoffnung in das Stadion, gegen einen direkten Konkurrenten das Sechs-Punkte-Spiel zu gewinnen. Da bleibt dann auch nicht hängen, dass du in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel machst, aber eben nicht das Tor erzielst, sondern wie man in der zweiten Halbzeit auseinanderbricht. Da sind wir alle enttäuscht gewesen - auch ich. Dass die Fans ihren Unmut äußern, ist legitim", sagt Tarnat.

Trotz des Leberhakens, den man von Ulm im Abstiegskampf verpasst bekam, gibt's von Tarnat die Rückendeckung für Cheftrainer Jens Härtel: "Wir werden mit unserem Trainer in das Havelse-Spiel gehen."

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Er ist damit auf gleicher Linie unterwegs wie der Vorstand, der diese Herangehensweise bereits vor der Verpflichtung des neuen Sport-Geschäftsführers verfolgte.

"Es ist immer einfach, irgendeinen Kopf zu fordern. Die meisten Leute sehen doch gar nicht, wie intern gearbeitet wird und wie akribisch das Trainerteam ist. Für manche Sachen, die wir auf dem Platz machen, kann kein Trainer was dafür. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass wir es mit Jens hinbekommen", unterstreicht Tarnat.

Harsche Kritik von Aue-Sportchef Michael Tarnat: "Jeder war Einzelspieler, und das darf uns nicht passieren"

Aue-Sportchef Michael Tarnat (56) fehlte das Gemeinschaftsgefühl.
Aue-Sportchef Michael Tarnat (56) fehlte das Gemeinschaftsgefühl.  © picture point/Sven Sonntag

Aufgrund der ersten Halbzeit hätte vergangenen Sonnabend auch fast jeder gedacht, Aue schlägt Ulm. Die Mannschaft war intakt, gewann die Zweikämpfe und erspielte sich Chancen - ohne diese zu nutzen.

Dann stellte Ex-Coach Pavel Dotchev (60) vor und in der Pause im Mittelfeld und Spielaufbau um. Ehe sich die Veilchen darauf eingestellt hatten, setzte es den Doppelschlag zum 0:2. Ab da war der Bruch drin.

"Ich glaube schon, dass sich jeder einzelne Spieler danach versucht hat zu wehren, aber für sich einzeln und nicht mehr als Mannschaft. Jeder war Einzelkämpfer, und das darf uns nicht passieren. Jedes Mal, wenn wir in der gegnerischen Hälfte den Ball verloren haben, ist Ulm in Überzahl auf unsere Kette zugelaufen. Dass es so nicht funktioniert, wurde am Sonntag angesprochen, weil es kein gutes Bild abgibt", so Tarnat.

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Dem nächsten Spiel in Havelse misst er entscheidende Bedeutung bei, stellt der 56-Jährige zum Schluss aber klar.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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