Erster Sieg seit 135 Tagen: Aue biegt 1:3-Rückstand um

Ingolstadt - Viele Wochen zu spät, aber genau rechtzeitig vor dem Sachsenpokal-Finale gegen den FSV Zwickau in drei Wochen fährt Erzgebirge Aue den ersten Rückrundensieg ein. Und was für einen! Beim FC Ingolstadt drehen die Veilchen einen 1:3-Pausenrückstand in ein fulminantes 5:3 um.

Aue-Keeper Louis Lord musste dreimal hinter sich greifen.  © picture point/Sven Sonntag

Die erste Halbzeit hatte noch gezeigt, wieso man auf Abschiedstournee durch die 3. Liga ist und zuvor zuletzt vor Weihnachten zur Mettenschicht gegen Schweinfurt den letzten Dreier eingefahren hatte.

Die FCE-Abwehr verdiente einmal mehr ihren Namen nicht, so luftig verteidigte Aue vor dem Doppelschlag von Fredrik Carlsen (7.) und Gustav Christensen (14.).

Was die Erzgebirger für eine individuelle Klasse besitzen, über die komplette Spielzeit aber zu selten auf dem Platz aufblitzen ließen, bewies Julian Guttau (18.).

FC Erzgebirge Aue "Shubi" verzichtet im Endspurt auf Aue-Junioren: "Nicht seriös, irgendwelche Experimente zu machen"

Aber dann wieder die Schanzer. Louis Lord parierte zur Seite, wo Marcel Costly (36.) den zweiten Ball vollendete. Ingolstadt war klar besser. Messe gelesen? Mitnichten!

Anzeige

Aue spielte im zweiten Durchgang wie entfesselt

Tor für Aue! Ryan Malone (links) trifft ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein zum 4:3 aus "Veilchen"-Sicht.  © picture point/Sven Sonntag

Die einzige Frage, die sich, wenn überhaupt, stellte, war diese: Warum nicht schon weitaus früher, als erst am 36. Spieltag? Aue spielte im zweiten Durchgang wie entfesselt. Guttau (53./89.), Erik Weinhauer (64.) und Ryan Malone (70.) sorgten für eine selten gesehene Aufholjagd.

"So was hat man lange nicht gesehen", huschte da den Veilchen-Anhängern über die Lippen. Balsam für die geschundene Fanseele und ein Moralbooster vor dem anstehenden Saisonhighlight gegen die Schwäne.

Und auch Interimstrainer Khvicha Shubitidze sah Dinge, die Aue viel eher gut zu Gesicht gestanden hätten, als jetzt im Kampf um die goldene Ananas. So zum Beispiel einen Julian Guttau, der unterstrich, wieso er das Prädikat Unterschiedsspieler verdient.

FC Erzgebirge Aue Weil Aue Vertrag nur für 3. Liga verlängerte: West-Regionalligist schnappt Abwehr-Talent weg

"Julian ist ein kleiner Zauberer. Wenn es läuft, dann läuft es. Ich bin nur traurig, dass er nicht noch mehr Tage davon hatte, denn er kann das eigentlich", sagte Shubitidze bei "MagentaSport".

"Wenn ich in die Gesichter sehe, hat das allen gut getan! Es spricht für die Mentalität der Mannschaft", zeigte sich der 51-Jährige dennoch glücklich.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 36 61:30 76
2 FC Energie Cottbus 36 69:50 66
3 MSV Duisburg 36 65:48 66
4 Rot-Weiss Essen 36 74:64 64
5 SC Verl 36 79:47 61
6 FC Hansa Rostock 36 65:43 61
7 Alemannia Aachen 36 67:56 58
8 TSV 1860 München 36 53:48 56
9 SV Wehen Wiesbaden 36 51:50 50
10 Viktoria Köln 36 50:49 50
11 SSV Jahn Regensburg 36 54:56 49
12 SV Waldhof Mannheim 36 57:67 49
13 VfB Stuttgart II 36 51:60 46
14 1. FC Saarbrücken 36 46:50 44
15 FC Ingolstadt 04 36 58:54 43
16 TSG 1899 Hoffenheim II 36 62:67 40
17 TSV Havelse 36 53:81 32
18 SSV Ulm 1846 36 46:74 32
19 FC Erzgebirge Aue 36 47:68 30
20 1. FC Schweinfurt 05 36 34:80 21

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: