Ex-Auer Fandrich leidet mit: "Beschäftigt mich, wie der Verein binnen weniger Jahre im Niedergang begriffen ist"

Aue - Christoph Dabrowski (47) war die letzte Patrone, die der FC Erzgebirge im Abstiegskampf hatte. Keine Nachlader. Keine weiteren Transfers, außer der Leihe von Vincent Ocansey (25). Nix! Stand jetzt ist der Trainereffekt beim FC Erzgebirge mit zwei von 18 möglichen Zählern wirkungslos verpufft.

Unter Christoph Dabrowski (47, l.) hatte Clemens Fandrich (35) in Essen gespielt.  © IMAGO/Köhn

Zuletzt vier Niederlagen in Serie ließen im Lößnitztal noch mehr Hoffnungen zerplatzen. Schicht im Schacht? Einer, der sich sehr mit der aktuellen Lage beschäftigt und dem sie sichtlich nahe geht, ist Ex-Profi Clemens Fandrich (35).

"Ganz ehrlich? Wenn ich auf meine Gefühlslage schaue: Ich leide Woche für Woche mit. Jedes Spiel verfolge ich", sagt Fandrich, der beruflich zwischen Job in Sachsen und der zweiten Heimat Südfrankreich pendelt.

Zum 80. Vereinsjubiläum war der frühere defensive Mittelfeldmalocher (178 Zweitligaspiele für Aue) eingeladen und brachte gleich seinen dicken Kumpel, Ex-Veilchen Fabian "Foxer" Kalig (32) mit, der mangels Einladung als "Fandrich plus eins" durchging.

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Sie waren beide Spieler, die verkörperten, was bundesweit das Bild eines FCE prägte, eines Vereins und einer Mannschaft, die Abstiegskampf kann und sich gegen die ganz großen im Haifischbecken Profifußball behauptet. Das übrigens ohne Starallüren.

In der Mixed-Zone winkte zum Beispiel ein "Fanne" nie ab oder stahl sich aus der Affäre.

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Mit Clemens Fandrich (35, 2.v.r.) wurde mehrfach der Klassenerhalt gefeiert.  © picture point/Sven Sonntag

Ex-Profi Fandrich: "Aue braucht schleunigst dieses Erfolgserlebnis"

Domenico Tedesco (40, l.) hatte damals bei Clemens Fandrich (35) & Co. die richtigen Worte gefunden.  © imago/eibner

Höhen und Tiefen, er hat beides mitgemacht - bis zum Zweitligaabstieg 2022. Wie man sich im Schacht jetzt fühlt, er weiß es ganz genau, weil ihm der Verein am Herzen liegt.

"Das 1860-Spiel (1:2/d. Red.) haben Fabian Kalig, Philipp Riese, Jan Hochscheidt und ich zusammen angeschaut. Es beschäftigt mich, wie der Verein binnen weniger Jahre im Niedergang begriffen ist. Man sollte die Entscheidungen analysieren und auch hinterfragen", meint der erfahrene Ex-Profi. Ob er noch Hoffnung auf den Klassenerhalt hat, wollte TAG24 wissen.

"Ich kann mich noch gut daran erinnern, als uns Domenico Tedesco (40) im März 2017 übernahm. Wir waren sportlich und mental wahrscheinlich noch mehr am Boden, als es jetzt diese Mannschaft zum Trainerwechsel im Februar war. Er hat es damals geschafft, uns mental mitzureißen. Der Sieg im ersten Spiel gab uns das Selbstvertrauen zurück, wir haben eine Serie gestartet und die Klasse gehalten. Aue braucht schleunigst dieses Erfolgserlebnis, damit noch die Chance auf eine Trendwende besteht - denn andernfalls nagt es langsam am Selbstvertrauen", drückt Fandrich seinen Veilchen am Sonnabend gegen Rot-Weiss Essen die Daumen.

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Für ihn selbst war die Hafenstraße nach seinem Wechsel aus Aue die letzte Profistation. Sein Trainer 2022/23 bei RWE: Christoph Dabrowski.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 28 45:25 55
2 FC Energie Cottbus 28 53:39 53
3 MSV Duisburg 28 51:35 51
4 Rot-Weiss Essen 28 55:46 49
5 SC Verl 28 63:41 48
6 TSV 1860 München 28 45:37 48
7 FC Hansa Rostock 28 47:31 47
8 SV Wehen Wiesbaden 28 42:32 47
9 SV Waldhof Mannheim 28 46:49 42
10 Viktoria Köln 28 38:36 38
11 Alemannia Aachen 28 47:49 38
12 FC Ingolstadt 04 28 46:38 37
13 TSG 1899 Hoffenheim II 28 53:52 35
14 SSV Jahn Regensburg 28 36:42 35
15 VfB Stuttgart II 28 34:46 35
16 1. FC Saarbrücken 28 39:42 32
17 FC Erzgebirge Aue 28 31:48 24
18 SSV Ulm 1846 28 37:58 24
19 TSV Havelse 28 38:62 20
20 1. FC Schweinfurt 05 28 26:64 14

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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