Ex-Veilchen drücken die Daumen! "Ein Abstieg geht nicht"

Aue - Es war wie früher. Stadionsprecher Mario Dörfler warf am Mittwochabend bei der Bekanntgabe der Auer Legenden-Elf den Fans ein langgezogenes "Di-mi-trij" entgegen. Und sie antworteten lautstark "Na-za-rov". Einen wie "Dima" könnten sie beim FC Erzgebirge gerade gut gebrauchen. Aber da waren an diesem Abend noch mehr da. Und alle wünschten Aue den Klassenerhalt.

Aues "Fußballgott" Dimitrij Nazarov (35) bei seiner Verabschiedung im Sommer 2023. Er wurde in die Legenden-Elf gewählt.  © picture point/Sven Sonntag

"Mein Herz schlägt hier", sagte Nazarov, inzwischen 35 Jahre jung: "Ich habe sieben Jahre hier gespielt, meine Tochter wurde in Aue geboren, das ist meine zweite Heimat, die Verbindung wird immer bleiben."

Sportlich hat er bessere Zeiten erlebt. 2016 kam er aus Karlsruhe, spielte sechs Jahre 2. und ein Jahr 3. Liga mit den Veilchen. In 205 Spielen schoss er 48 Tore - keiner hat nach der Wende häufiger für den FCE getroffen. 2023 ging er nach Offenbach.

"Ich habe zwei Jahre Regionalliga gespielt. Ich weiß, was das für eine Knochenmühle ist. Das ist schwer. Und deshalb wünsche ich Aue den Klassenerhalt. Ein Abstieg geht nicht", so Nazarov.

FC Erzgebirge Aue Alles Gute zum 80., ihr Veilchen! Macht's wie der alte "Holzmichl"

Wer sich nach dem offiziellen Akt im Stadion im VIP-Raum umschaute, erkannte noch mehr Gesichter von früher, aus guten, alten Zeiten. Da war Clemens Fandrich (178 Spiele) zum Beispiel oder Fabian Kalig (85), der beinharte Verteidiger. Auch die Generation davor war mit René Klingbeil (220) und Thomas Paulus (188) gekommen.

Zwei Legenden, auch ohne Eintritt in die Legenden-Elf. Beide sind längst nicht mehr beim FCE, aber das Herz hängt an dem Verein. Klingbeil ist Trainer von Südwest-Regionalligist Hessen Kassel, Paulus ist Leiter der Nachwuchsschule des SSV Jahn Regensburg.

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Aues Legenden-Elf um Martin Männel (37, l.) und Dimitrij Nazarov (4.v.r.).  © picture point/Sven Sonntag

René Klingbeil: "Weitermachen, kämpfen, Ärmel hoch"

Das waren noch Zeiten: René Klingbeil (44, l.) und Thomas Paulus (43, r.) im FCE-Trikot. Beide drücken die Daumen.  © imago/Picture Point

"Wie steht's denn in Saarbrücken?", war die erste Frage von "Klinge". Das 2:0 gegen Wiesbaden schmeckte keinem. Acht Punkte sind es nun Rückstand ans rettende Ufer. "Mist, aber weitermachen, kämpfen, Ärmel hoch, gegen Aachen siegen und in den Flow kommen", wollte Klingbeil den FCE noch nicht aufgeben.

"Sieh es mal so", sagte Paulus. "Zu verlieren hast du jetzt nichts mehr, nur zu gewinnen. Vielleicht ist jetzt der Druck weg und du spielst befreiter auf, weil ja eh alle denken, du bist weg", gab er seinen Nachfolgern auf den Weg. "Und dann können komische Dinge passieren."

So ein "komisches Ding" gelang zum Beispiel in der Saison 2018/2019 Lukas Kwasniok mit Jena. Nach dem 27. Spieltag mit 25 Punkten Vorletzter, war er am Ende 14. mit 46 Punkten. Da würde jeder unterschreiben, auch Nazarov.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 27 43:25 52
2 FC Energie Cottbus 27 53:39 52
3 MSV Duisburg 27 47:33 48
4 FC Hansa Rostock 27 47:31 46
5 Rot-Weiss Essen 27 51:44 46
6 SC Verl 27 61:40 45
7 TSV 1860 München 27 44:37 45
8 SV Wehen Wiesbaden 27 40:31 44
9 SV Waldhof Mannheim 27 43:48 39
10 Viktoria Köln 27 38:35 38
11 FC Ingolstadt 04 27 45:36 37
12 TSG 1899 Hoffenheim II 27 51:48 35
13 Alemannia Aachen 27 44:48 35
14 SSV Jahn Regensburg 27 36:40 35
15 VfB Stuttgart II 27 33:44 35
16 1. FC Saarbrücken 27 37:38 32
17 FC Erzgebirge Aue 27 30:45 24
18 SSV Ulm 1846 27 35:55 24
19 TSV Havelse 27 37:59 20
20 1. FC Schweinfurt 05 27 23:62 11

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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