Männel nach Aue-Abstieg am Boden: "Am Ende geht es nicht um mich oder Einzelschicksale"

Aue - "Steh auf, wenn du am Boden bist", lief am Samstag kurz nach 15.54 Uhr über die Stadionlautsprecher. Kein großartiges Pfeifkonzert, keine Aggression, kein Frust, einfach nur Fassungslosigkeit und leere Gesichter. Das "eins-Erzgebirgsstadion" trug Trauer, nachdem festgestanden hatte, dass der FC Erzgebirge sich nach 23 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zum Profifußball auf unbestimmte Zeit aus selbigem verabschiedet. Mit dem 2:2 gegen Wiesbaden ist Aue abgestiegen.

Stille statt Pfiffe. Als die Heimpartie gegen Wiesbaden am Samstagnachmittag abgepfiffen wurde, blieb es ruhig im "eins-Erzgebirgsstadion". Auch wenn sich der Moment lange anbahnte, war auch die Enttäuschung der Spieler sichtlich groß.  © picture point/Sven Sonntag

"Es ist keine Situation gewesen, die urplötzlich eingetreten ist, sondern kam mit vielen Wochen Vorbereitungszeit. Wir hatten alles versucht, im Training unter der Woche, in der Kabine, was das Miteinander angeht. Wir haben versucht, alle Stellschrauben zu drehen, haben es über all die Wochen aber nicht geschafft, einen Sieg einzufahren und den Abstieg abzuwenden", konstatierte Martin Männel (38) nach Abpfiff gegenüber TAG24 mit sehr mitgenommener Miene.

Er hatte den Abstieg von der Bank verfolgt, da Louis Lord (22) erstmals seit dem 0:3 gegen Ulm hielt.

Dass Aue gegen Wiesbaden zum nun schon 16-mal in Serie sieglos blieb, sagt schon vieles aus. Alles, was in der Winterpause und bis zu Transferschluss Anfang Februar von den Verantwortlichen unternommen wurde, ging gehörig schief und gipfelte jetzt in dem feststehenden Gang in die Viertklassigkeit.

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So tief hat Aue noch nie (!) gespielt. Eine schallende Ohrfeige für alle, die vor dreieinhalb Jahren angetreten waren, es besser zu machen.

Der Karren steckt richtig tief im Dreck. Ihn da wieder herauszuziehen, braucht das richtige, fähige Personal - denn das Ziel ist klar: der sofortige Wiederaufstieg.

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Martin Männel (38) möchte auch in der kommenden Saison Teil der Auer Mannschaft bleiben.  © Picture Point / Gabor Krieg

Torhüter-Veteran Männel über seinen Verbleib: "Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue"

Nach dem Derbysieg gegen den CFC am Mittwoch will Aue-Keeper Martin Männel am 23. Mai in Zwickau den Pokal holen.  © picture point/Sven Sonntag

Das gelang Aue letztmals, als man zuvor 2015 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. Männel war einer aus einer Handvoll an Spielern, die sich seinerzeit nicht aus der Affäre stahlen.

"Es müsste sehr viel passieren, dass ich noch mal woandershin wechsle. Für mich gibt es nur den FC Erzgebirge Aue und das Wichtigste im Moment ist, dass es der Verein nächste Saison wieder hinkriegt. Dabei möchte ich gerne Teil der Mannschaft sein. Am Ende des Tages geht es nicht um mich oder Einzelschicksale, sondern das große Ganze, das stimmig sein muss", unterstrich der 38-Jährige auf TAG24-Nachfrage.

Egal wie es für ihn im Sommer weitergeht, hat der Torhüter-Veteran noch ein großes Ziel diese Saison: "Wir haben am Mittwoch das Derby gegen 'C' am Ende gewonnen und wollen das am 23. Mai in 'Z' noch mal machen. Das ist der absolute Saisonabschluss."

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"Mit diesem Erfolgserlebnis wollen wir in die Pause gehen. Ob es eine Euphorie auslösen kann, wird sich zeigen, denn dafür haben alle um den Verein herum in diesem Jahr zu viel gelitten. Da reicht nicht ein Spiel, das alles gutzumachen", resümiert Männel.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 VfL Osnabrück 35 58:28 73
2 Rot-Weiss Essen 34 72:56 64
3 FC Energie Cottbus 34 66:48 63
4 MSV Duisburg 35 63:47 63
5 FC Hansa Rostock 35 64:42 60
6 SC Verl 35 75:47 58
7 Alemannia Aachen 35 66:55 57
8 TSV 1860 München 35 52:47 55
9 SV Wehen Wiesbaden 35 49:47 50
10 SV Waldhof Mannheim 35 57:65 49
11 Viktoria Köln 34 48:47 47
12 SSV Jahn Regensburg 35 52:55 46
13 FC Ingolstadt 04 35 55:49 43
14 VfB Stuttgart II 34 43:56 43
15 TSG 1899 Hoffenheim II 35 61:65 40
16 1. FC Saarbrücken 34 42:49 38
17 SSV Ulm 1846 35 46:72 32
18 TSV Havelse 34 50:75 29
19 FC Erzgebirge Aue 35 42:65 27
20 1. FC Schweinfurt 05 35 33:79 20

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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