Um 15.54 Uhr ist Schicht im Schacht: FCE steigt erstmals in die 4. Liga ab
Aue - Schicht im Schacht! Was sich seit Wochen angebahnt hatte, ist seit Samstagnachmittag um 15.54 Uhr amtlich: Erzgebirge Aue steigt durch das 2:2 (1:1) im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden in die Regionalliga ab. Ausgerechnet im Jahr des achtzigsten Vereinsjubiläums spielt der Kumpelverein damit nur noch viertklassig.
Man hatte sich in den Wochen zuvor schon langsam damit abfinden müssen, dass es kein Happy End geben würde, angesichts der Tatsache, dass Aue einfach nicht in Tritt kommt und als einzige Mannschaft der drei höchsten Spielklassen im deutschen Profifußball in der Rückrunde noch sieglos ist.
Das 2:2 gegen den SVWW war nun schon der 16. (!) vergebliche Anlauf nach der Winterpause.
Interimstrainer Khvicha Shubitidze hatte drei Tage nach dem Halbfinal-Sieg über den Chemnitzer FC im Sachsenpokal auf gleich vier Position durchrotiert.
Ersatzkeeper Louis Lord, Jamilu Collins, Maximilian Schmid und Ricky Bornschein ersetzten Martin Männel, Moritz Seiffert, Julian Guttau sowie Julian Günther-Schmidt.
Seine Mannschaft fand schwer ins Spiel hinein und hatte Glück, dass Wehens Sascha Mockenhaupt (6.) aus drei Metern in bester Verteidigermanier Richtung Seitenauslinie klärte, statt einfach ins Tor einzuschieben. Als Vorlagengeber für Moritz Flotho (24.) machte es der 34-Jährige erheblich besser - 0:1.
Aue fand die schnelle Antwort durch Tristan Zobel (27.), der nach dem Seitenwechsel die riesige Möglichkeit auf das 2:1 (54.) vergab.
Aue liegt durch Slapstick-Tor ein zweites Mal hinten
Alles in allem entwickelte sich das Ganze zu einem Spiel, in dem beiden Mannschaften anzumerken war, dass der letzte Druck in dieser Saisonphase einfach nicht mehr da ist. Aue besaß ohnehin nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt, während Wiesbaden in der Tabelle jenseits von Gut und Böse steht. Was beide Vereine eint: Ihr wichtigstes Spiel steigt am 23. Mai mit dem jeweiligen Landespokal-Finale.
Nichtsdestotrotz hätte es den Veilchen gut zu Gesicht gestanden, endlich den Makel der Sieglos-Serie loszubekommen. Die Vorzeichen hierzu hätten nach der Ampelkarte gegen Wehens Niklas May (69.) eigentlich kaum besser sein können. Aber mal wieder in dieser Saison voller Pleiten, Pech und Pannen, fing sich Aue ein Slapstick-Tor ein. Die Ecke von Tarik Gözüsirin (78.) flog an Freund und Feind vorbei ins Tor.
Moritz Seiffert (85.) mit dem 2:2 und dem Beweis, dass Aues Moral stimmt. Es langte allerdings nicht, um das Unausweichliche nochmal etwas aufzuschieben.
Mit dem Abpfiff erklang "Steh auf, wenn du am Boden bist" von den Toten Hosen. Ein bitterer Tag für den Fußball in Aue und das Erzgebirge!
Titelfoto: PICTURE POINT / S.Sonntag

