Ost-Derby im TAG24-Check: Neue FCE-Hoffnung im Abstiegskampf

Aue/Cottbus - Ostderbys sind in dieser Saison nicht die Paradedisziplin des FC Erzgebirge, der weder gegen Hansa Rostock (0:0/1:2) noch Energie Cottbus (1:2) gewinnen konnte. Ein Dreier am Sonntagnachmittag (16.30 Uhr) tut allerdings Not, sonst hat Aue nächste Saison sehr viele Derbys - nur eben eine Liga tiefer. Die Lausitzer dagegen wollen ihren Aufstiegstraum am Leben halten. TAG24 macht den Derby-Check.

Kader

Auf Marcel Bär (33, l.) ruhen nach der Rückkehr aus seiner Verletzung die Hoffnungen. Von den vier Auer Treffern in der Rückrunde erzielte der 33-Jährige die Hälfte.
Auf Marcel Bär (33, l.) ruhen nach der Rückkehr aus seiner Verletzung die Hoffnungen. Von den vier Auer Treffern in der Rückrunde erzielte der 33-Jährige die Hälfte.  © picture point/Sven Sonntag

Aue: Dass die Mannschaft die Qualität besitze, wird seit Monaten gebetsmühlenartig wiederholt. Allein der Nachweis muss endlich erfolgen. Marcel Bär (33) findet nach seinem Achillessehnenriss langsam zu alter Stärke zurück.

Julian Guttau (26, Syndesmoseband) fehlte zuletzt noch die Fitness für die kompletten 90 Minuten. Ryan Malone (33) kehrt aus der Sperre zurück und verstärkt die Abwehr, in der zuletzt nur Jamilu Collins (31) zu überzeugen wusste.

Cottbus: Claus-Dieter Wollitz (60) hat auf vielen Positionen die Qual der Wahl, erlaubte sich sogar zuletzt, Timmy Thiele (34) und Tim Campulka (26) nicht in den Kader zu berufen.

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Mit Mladen Cvjetinovic (22) und Tolga Cigerci (33) gibt es zwei namhafte Neuzugänge, die in die Startelf drängen. Die Achillesferse besteht aktuell links hinten.

Das Brüder-Duo Tolga Cigerci (33, l.) und Tolcay Cigerci (31) strotzt vor Energie.
Das Brüder-Duo Tolga Cigerci (33, l.) und Tolcay Cigerci (31) strotzt vor Energie.  © Imago/Matthias Koch

Form

Aue-Coach Christoph Dabrowski (47) hofft auf einen Sieg gegen Cottbus.
Aue-Coach Christoph Dabrowski (47) hofft auf einen Sieg gegen Cottbus.  © picture point/Sven Sonntag

Aue: In der Rückrunde noch sieglos und überhaupt nur zwei Siege aus den letzten 15 Spielen sind abstiegsreif.

Sowohl unter Jens Härtel (56) als auch dessen Nachfolger Christoph Dabrowski (47) an der Seitenlinie fehlt die Konstanz - selbst innerhalb von 90 Minuten. Noch kein Spiel aus einem Guss zeugt von den Form- und Leistungsschwankungen.

Cottbus: Energie befindet sich nach einem holprigem Rückrundenstart auf dem aufsteigenden Ast. Noch ging kein Spiel 2026 verloren, die zwei Siege waren aber lange Zeit auf Messers Schneide.

Zwei von 15 Zählern in der Rückrunde: Auf diese Spieler kommt es für Aue-Sportvorstand Haustein jetzt an
FC Erzgebirge Aue Zwei von 15 Zählern in der Rückrunde: Auf diese Spieler kommt es für Aue-Sportvorstand Haustein jetzt an

Grundsätzlich ist Energie hintenraus immer für ein Tor gut, drehte schon vier Rückstände in einen Sieg.

Stärken/Schwächen

Will mit seiner Mannschaft aufsteigen: Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz (60).
Will mit seiner Mannschaft aufsteigen: Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz (60).  © Robert Michael/dpa

Aue: Mit im Schnitt 79,14 Drittligapartien pro Spieler verfügt der Schacht über den zweiterfahrendsten Kader und man kennt sich mit den schwierigen Witterungs- sowie Platzbedingungen aus: dem Wismut-Wetter. Aber es fehlt an Charakterspielern.

Es gibt viele Mitläufer, aber nur wenige Anführer, die auf dem Platz dazwischenhauen. Der Sturm ist zudem in der langen Abwesenheit von Bär (zwei Tore) nicht existent gewesen. Die besten Torschützen Marvin Stefaniak (31), Julian Guttau (26) und Jonah Fabisch (24) sind allesamt Mittelfeldspieler und mit je drei Treffern keine Knipser.

Das fehlende Bär-Back-up ist die größte Schwäche und ein massives Versagen in der Kaderplanung im letzten Sommer.

Cottbus: Man verfügt über eine hohe Leistungsdichte im Team, macht aber zu wenig draus. Außer Erik Engelhardt (27, 15 Tore) trifft im neuen Jahr kein Offensiver verlässlich. Selbst Unterschiedsspieler Tolcay Cigerci (31) ist in einem kleinen Loch. Wollitz kritisierte zuletzt, dass von der Bank zu wenig komme.

Aufgrund des mutigen Spielstils ist Energie immer wieder bei Ballverlusten defensiv anfällig.

Titelfoto: Bildmontage: Imago/Matthias Koch, Picture Point/Sven Sonntag

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