Aue - Die Abstiegsgefahr hat sich für Erzgebirge Aue am Wochenende durch die Siege von Saarbrücken (2:0 gegen VfB II.) und Aachen (3:1 in Ulm) weiter verschärft. Selbst wenn die Konkurrenz, wie in den Vorwochen, mitspielt, kommt der Schacht bei nur einem Sieg aus den letzten zehn Partien nicht vom Fleck.
Die erhoffte Trendwende mit dem Jahreswechsel lässt ebenfalls auf sich warten. Mickrige zwei von möglichen 15 Zählern in der Rückrunde sind der zweitschlechteste Ligawert.
Wie gehen sie im Lößnitztal mit der Situation um? Zuversicht stiftet die Reaktion gegen Viktoria Köln, wo ein 0:2 noch in ein 2:2 umgebogen werden konnte und mit etwas Glück Jannic Ehlers gar der Lucky Punch zum 3:2 gelingt.
"Das hätte noch mal ganz andere Energien freigesetzt", ist sich Sportvorstand Jens Haustein sicher. Stattdessen muss er konstatieren: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, was in unserer Situation bedeutet, auf die eigenen Stärken zu vertrauen und vor allem Ruhe zu bewahren."
Der neue Vorstand ist erst seit der Mitgliederversammlung Mitte November im Amt, was den Aktionsspielraum eingrenzte.
Zwar wurden Weichen gestellt durch die nacheinander erfolgten Trennungen von Sportchef Matthias Heidrich, Co-Trainer Jörg Emmerich und Cheftrainer Jens Härtel sowie durch die gleichzeitigen Verpflichtungen ihrer Nachfolger Michael Tarnat (Sportdirektor), Lars Fuchs (Co-Trainer) und Christoph Dabrowski (Coach), aber beim Kader gab es nur bedingt Handlungsspielraum.
Da gelang im Winter keine Transferoffensive, und es müssen diejenigen richten, die die geschassten Heidrich & Co. holten.
Aue-Sportvorstand Jens Haustein setzt auf die Erfahrungen von Neu-Trainer Christoph Dabrowski
Dass diese die fußballerische Qualität für den Klassenerhalt besitzen, wurden Tarnat oder Dabrowski nicht müde zu betonen. Aber kommen die Spieler auch mental damit klar?
Haustein: "Christoph Dabrowski hat seinerzeit bei Hannover 96 bewiesen, dass er eine Mannschaft, die auch andere Ambitionen als den Abstiegskampf hatte, in der 2. Liga halten kann. Er hat in den wenigen Tagen, die er seit dem 3. Februar da ist, sofort den Zugang zu den Spielern gefunden, durch eine gute Ansprache."
Neben Feuerwehrmann Dabrowski setzt man auf die Rückkehr von Julian Guttau (26), der zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Köln hineinkam und das 2:2 per Freistoß auflegte.
"Im Gegensatz zu weiten Phasen der Hinserie haben wir vor allem offensiv deutlich mehr Optionen, wenn ich an Marcel Bär (33), den du nicht gleichwertig ersetzen kannst, oder Guttau denke. Auch Marvin Stefaniak wird sein Level wieder erreichen. Ryan Malone (33) kommt aus der Sperre zurück. Das gibt uns, bei Martin Männel (37) angefangen, ein Gerüst, an dem sich die anderen aufrichten und ein Mika Clausen (23) oder Jannic Ehlers (23) gerade in so einer schwierigen Situation wachsen können", sagt Haustein, schiebt zugleich aber nach: "Selbstverständlich müssen unsere Unterschiedsspieler auch gesund bleiben."