Geschmacklos-Choreo verherrlicht Rostocker Randale
Sinsheim - Dieser Auftritt dürfte ein Nachspiel haben! Beim 2:2 im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim II verherrlichen Anhänger von Hansa Rostock eine schwere Randale vor 20 Jahren.
Gut 2200 Rostocker Gästefans säumten am Sonntagnachmittag das Dietmar-Hopp-Stadion. Doch sie stellten nicht nur die Mehrheit der anwesenden Fans und die Stimmhoheit, sondern sorgten auch mit einer Geschmacklos-Choreo für Aufsehen.
Schon weit vor Anpfiff prangte ein Spruchband mit der Aufschrift "Zwanzig Jahre Stendal Randale" und einem brennenden Polizeiauto vor dem Block.
Szenekenner wissen: Damit war das unrühmliche Jubiläum vom 5. Februar 2006 von Stendal (Sachsen-Anhalt) gemeint.
Rostock-Chaoten hatten seinerzeit bundesweit Negativschlagzeilen geschrieben, als sie sich über mehrere Stunden Schlägereien mit der Polizei geliefert hatten. Vier Beamte wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.
Hansa Rostocks Auswärtsspiel wurde vor 20 Jahren abgesagt - Fan-Wut entlud sich am Bahnhof
Besonders das Bild von brennenden Polizeiautos ging durch die Massenmedien und wurde in der Choreografie am Sonntag wieder aufgegriffen.
Zugleich wurde schwarze Pyrotechnik gezündet und "Fußballterror und Randale – immer wieder FCH" gesungen - ein in dem Zusammenhang abscheuliches Schauspiel.
Doch warum kam es zu dem Gewalt-Exzess vor 20 Jahren? Bis heute ist das nicht ganz klar. Die plausibelste Theorie lautet: Hansa-Fans waren an jenem Tag auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Braunschweig, der Bahnhof Stendal sollte eigentlich zum Umstieg dienen.
Doch dann flatterte die wetterbedingte Spielabsage ein. Einige Chaoten suchten ein Ventil und wüteten auf dem Bahnhof, schleuderten auch Steine in Richtung der Polizei. Insgesamt neun Autos wurden angezündet, fünf der Polizei und vier Privat-PKW.
Hansa war gebrandmarkt - und Teile der Szene verherrlichen auch 20 Jahre später diesen Tag der Schande.
Titelfoto: Imago / Jan Huebner

