Neunjähriger bei Pyro-Unglück schwer verletzt: Täter kann nicht identifiziert werden
Rostock - Vier Monate sind seit dem Pyro-Unglück bei Hansa Rostock vergangen, als ein neunjähriger Junge bei der Verabschiedung der alten Flutlicht-Masten im Ostsee-Stadion von brennendem Feuerwerk getroffen und schwer verletzt wurde. Jetzt steht fest: Ein Täter lässt sich wohl nicht ermitteln.
Was eigentlich als feierliche Choreografie beim Spiel der Kogge gegen 1860 München im September des Vorjahres geplant war, endete in einer Tragödie.
Ein herabgefallenes, noch brennendes Stück Pyrotechnik war auf dem Stadiondach gelandet und durch dieses hindurch geschmolzen. Der darunter stehende Neunjährige erlitt schwere Verbrennungen an Kopf und Händen, auch drei weitere Personen wurden verletzt.
Zur Verantwortung gezogen wird für den Vorfall aber wohl niemand: Die Polizei hat ihre Ermittlungen abgeschlossen, ohne einen Täter identifizieren zu können, wie die Ostsee-Zeitung berichtete. Nun liegt der Fall bei der Rostocker Staatsanwaltschaft, die prüft, ob es weitere Ermittlungsansätze gibt oder ob das Verfahren eingestellt wird.
Zwar habe Hansa Rostock der Polizei die Namen der an der Pyro-Show beteiligten Personen geliefert, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack der Zeitung, eine Individualisierung sei allerdings nicht möglich.
"Wer auf welchen Mast geklettert ist, konnte nicht ermittelt werden. Deshalb können wir nicht sagen, wer für die aufgetretenen Verletzungen verantwortlich ist", erklärte Nowack.
Hansa Rostock vom DFB zu Geldstrafe verurteilt
Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen wurde Hansa Rostock für den Pyro-Einsatz bereits vom DFB zu einer Geldstrafe verurteilt.
Zwar hatte der Verein sich ein Feuerwerk zum Abschied von den Flutlicht-Masten genehmigen lassen, allerdings keine Genehmigung von der Kommission "Prävention & Sicherheit & Fußballkultur" des DFB eingeholt und muss deshalb knapp 33.000 Euro zahlen.
Allerdings erhob auch die Stadt Rostock im Anschluss an das Unglück schwere Vorwürfe: So habe zwar eine sprengstoffrechtliche Genehmigung vorgelegen, aber nur für weit weniger pyrotechnische Erzeugnisse, als am Ende tatsächlich gezündet wurden.
So seien auch die Verletzungen mutmaßlich auf nicht genehmigte Feuerwerkskörper zurückgegangen, teilte ein Sprecher der Stadt kurz nach dem Unglück mit.
Titelfoto: IMAGO / Andy Bünning

