FCM-Akteur Laurin Ulrich im TAG24-Interview über seine Zukunft: "Ich fühle mich wohl"
Magdeburg - Er ist einer der Gewinner der Saison beim 1. FC Magdeburg: Laurin Ulrich (21). Die Leihgabe aus Stuttgart hat sich in diesem Jahr nicht nur in den Fokus, sondern auch ins Herz so mancher FCM-Anhänger gespielt. Nicht wenige würden ihn auch über den Sommer hinaus gerne bei den Elbestädtern sehen. TAG24 sprach mit ihm über seine Zukunft, die bisherige Saison und die Stimmung beim FCM.
TAG24: Am letzten Wochenende haben Sie in der ersten Hälfte ungewohnt zurückhaltend agiert und Nürnberg den Ball überlassen. War das so vorgegeben?
Laurin Ulrich: Tatsächlich war das nicht unser Plan. Es war klar, dass Nürnberg Ballpassagen hat und es daher nicht einfach werden wird, diese permanent zu überstehen. Aber dass wir so wenig Entlastung haben, war nicht der Plan. Deshalb haben wir uns in der ersten Halbzeit auch relativ schwergetan und es erst in der zweiten Hälfte geschafft, Oberhand zu gewinnen.
TAG24: Inwiefern lag es auch daran, dass Mateusz Zukowski gefehlt hat?
Laurin Ulrich: Natürlich hat Mateusz ein Stück weit gefehlt, aber so etwas ist auch normal. Immerhin haben wir eine Vielzahl unserer Partien mit Mateusz im Sturm gespielt. Ich glaube aber auch, dass unser Auftritt, selbst wenn Mateusz in der ersten Halbzeit auf dem Platz gewesen wäre, nicht arg anders ausgesehen hätte, weil wir im ersten Durchgang wenige Möglichkeiten hatten und sich das Geschehen vermehrt im Mittelfeld abgespielt hat.
FCM hat sich zu einer Einheit entwickelt
TAG24: Sie haben drei der letzten fünf Spiele gewonnen und sind in einer guten Phase. Ist es als Spieler in gewissen Momenten auch ernüchternd, dass man sich trotzdem nur auf Platz 16 befindet?
Laurin Ulrich: Es ist schon hart, wenn man überlegt, dass wir eigentlich eine gute Phase und ordentlich gepunktet haben - denn trotzdem bist du mittendrin im Abstiegskampf. Aber diese Liga ist nun einmal unberechenbar. Du musst auf dich selbst schauen und darfst dich nicht darauf verlassen, wie und wo die anderen Teams punkten. Wenn wir unser Spiel weiterhin durchziehen und unsere Hausaufgaben machen, dann bin ich davon überzeugt, dass es klappt.
TAG24: Man hat trotzdem das Gefühl, dass Sie auf dem Platz eine Mannschaft sind. Wie blicken Sie auf die letzte Phase der Saison?
Laurin Ulrich: Ich glaube, dass wir uns dahin entwickelt haben. Es war nicht immer einfach, aber diese schwierigen Phasen haben uns noch enger zusammengeschweißt - auch, weil wir wissen, dass wir uns gegenseitig zu unterstützen haben. Wir sind ein Team. Deswegen war es in den letzten Wochen - trotz so mancher Rückschläge - so, dass wir uns immer aufgebaut und weiter an uns geglaubt haben. Daran werden wir anknüpfen, ähnlich wie vorletzte Woche gegen Paderborn, als wir in der darauffolgenden Partie gegen Düsseldorf wieder gewonnen haben.
Laurin Ulrich über seine Zukunft
TAG24: Wie gehen Sie als recht junger Spieler mit dem Druck des Abstiegskampfes um? Empfinden Sie so etwas überhaupt?
Laurin Ulrich: Man empfindet schon einen gewissen Druck. Bei mir ist es noch einmal anders, weil ich zum ersten Mal in dieser Situation bin. Ich versuche, das Ganze auszublenden, mein Spiel zu spielen und mich auf meine Stärken zu besinnen, auch wenn das nicht immer ganz einfach ist. In solchen Momenten fängt unsere Mannschaft einen aber immer auf. Das zeichnet uns auch ein Stück weit aus.
TAG24: In der Vergangenheit wurden Sie von Verletzungen und Krankheiten teilweise ausgebremst. Jetzt scheint es so, als hätten Sie den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Wie würden Sie Ihre bisherige Saison in Magdeburg beschreiben?
Laurin Ulrich: Dass ich den Schritt hierhin gemacht habe, war genau richtig. Denn ich fühle mich sowohl beim Klub als auch in der Stadt unfassbar wohl, es ist für mich wie ein Zuhause, das ein bisschen weiter weg ist. Was ich mir aber spielerisch ankreiden muss, ist, dass ich vor dem Tor noch nicht die Selbstverständlichkeit habe - vielleicht auch wegen des Drucks, den ich mir oft selbst mache. Gegen Paderborn hat es erstmals funktioniert, wodurch ich in den letzten Spielen gemerkt habe, dass bei mir dadurch ein Knoten geplatzt ist. Seitdem habe ich viel mehr Selbstvertrauen, was die Box anbelangt.
TAG24: Es sind im besten Fall nur noch drei Spiele in dieser Saison. Denken Sie bereits über Ihre Zukunft nach und wie es weitergehen soll?
Laurin Ulrich: Wir haben noch drei sehr wichtige Spiele vor der Brust, worauf ich mich voll und ganz konzentriere. Denn wir alle wissen ganz genau, was unser Job ist: den 1. FC Magdeburg in der 2. Liga zu halten. Alles, was danach kommt, ist Zukunftsmusik, mit der ich mich aktuell nicht beschäftige. Was ich aber nochmals betonen kann: Ich fühle mich im Klub und in der Stadt wirklich unfassbar wohl.
FCM-Mittelfeldakteur über die eigenen Idole
TAG24: Was erwarten Sie für ein Spiel gegen Hertha BSC?
Laurin Ulrich: Ich erwarte eine ähnliche Partie wie in Berlin. Es ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft mit brutalen Einzelspielern. Es wird wichtig sein, dass wir hier zu Hause wieder eine Wucht entfachen, so wie zuletzt gegen Bochum und Düsseldorf. Wenn wir bei uns und unseren Aktionen bleiben, dann bin ich davon überzeugt, dass wir wieder drei Punkte einfahren werden.
TAG24: Wer war Ihr Kindheits-Idol?
Laurin Ulrich: Es waren zwei: Arjen Robben und Franck Ribéry. Ich habe damals immer die Sieben oder die Zehn als Rückennummer gehabt - je nachdem, welchen der beiden ich gerade besser fand. Generell habe ich früher offensiver gespielt als heute, deswegen würde ich mittlerweile eher Frenkie de Jong oder Vitinha nennen.
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

