Alkohol-Beichte von Ex-Schalke-Profi: "Habe das gebraucht, dieses Ventil"

Gelsenkirchen/Schweiz - 153 Spiele absolvierte Cedric Brunner (31) für Schalke 04 und Arminia Bielefeld in der Bundesliga und 2. Bundesliga, erlebte die Höhen und Tiefen des Geschäfts. Einen vorbildlichen Lebensstil pflegte der Rechtsverteidiger dabei aber nicht unbedingt, wie er nun gestand.

Auf Instagram sprach Cedric Brunner (31) über seinen Alkoholkonsum als Profi.  © Screenshot/Instagram/cedibr26

"Ich war kein Alkoholiker, aber ich finde es speziell, dass das mein erster alkoholfreier Monat seit 14 Jahren ist", erklärte der Ex-Profi in einem Video auf Instagram. "Und davon war ich zwölfeinhalb Jahre Fußballer."

Rund 18 Monate nach seinem letzten Spiel für Königsblau und seinem Karriereende im Alter von nur 30 Jahren habe der frühere Abwehrspieler diesen Januar erstmals auf jeden Tropfen verzichtet.

Seine Abstinenz sei dabei nicht dem "Dry January" - also trockenem Januar - geschuldet, und er wolle sich dafür auch nicht "abfeiern lassen". Vielmehr findet Brunner, dass das eigentlich seine Normalität sein sollte. Der Rückblick auf seinen bisherigen Konsum kommt ihm daher inzwischen "speziell" vor.

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"Ich habe das gebraucht, dieses Ventil, einmal in der Woche abschalten nach dem Spiel, einfach vergessen und - so hart es klingt - betäuben", so der Schweizer weiter.

Auch nachdem er die Schuhe schließlich an den Nagel gehängt hatte, sah er "gar keinen Grund mehr, zu verzichten", wie Brunner im Post zum Video anfügte.

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Cedric Brunner plagten große Versagensängste

Von 2022 bis 2024 spielte Cedric Brunner (31) für den FC Schalke 04. (Archivfoto)  © David Inderlied/dpa

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der 31-Jährige im Rahmen der SRF-Doku "Kehrseite" geöffnet und über die psychischen Belastungen im Profigeschäft gesprochen, die bei ihm an Spieltagen stets große Magen-Darm-Probleme hervorgerufen haben.

"Vor den Partien war ich permanent auf dem WC", erzählte Brunner in dem Format. Allein sei er dabei keineswegs gewesen, viele Spieler wären vor Anpfiff noch einmal aufs Klo geflüchtet.

"Die einzigen Spiele, die ich wirklich geniessen konnte, waren jene in Bielefeld, als unser Aufstieg in die Bundesliga schon feststand", beichtete er. "Ich habe immer gehofft, dass ich keinen entscheidenden Fehler mache."

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Gesprochen habe er über die belastenden Versagensängste lange mit niemandem, was er im Nachhinein als Fehler bezeichnet. "Es lohnt sich, Unterstützung zu holen. Man muss diesen teilweise harten Weg im Leistungssport nicht allein bestreiten", konstatierte Brunner.

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