FC St. Pauli ärgert sich mal wieder über zu einfache Gegentore: "Darf nicht passieren"

Leverkusen - Jetzt gilt die volle Konzentration der Bundesliga! Nach der 0:3-Niederlage im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer 04 Leverkusen kann sich der FC St. Pauli ganz dem Kampf um den Klassenerhalt widmen. Gegen die Werkself war aber durchaus mehr drin.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) sah eine starke erste Hälfte seiner Mannschaft, ärgerte sich aber über die zu einfachen Gegentore.
St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) sah eine starke erste Hälfte seiner Mannschaft, ärgerte sich aber über die zu einfachen Gegentore.  © IMAGO / DeFodi Images

Es zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Saison der Kiezkicker. Gerade gegen die Topteams der Liga liefert die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin (52) gute Spiele ab, belohnt sich am Ende aber nicht dafür. So auch am Dienstagabend.

"Wir haben in der ersten Halbzeit ein hervorragendes Spiel gemacht", erklärte Blessin. "Wir haben richtig geile Ballgewinne gehabt, Leverkusen wusste gar nicht, wo sie spielen sollten und sind gar nicht in die Tiefe gekommen. Da waren wir richtig griffig."

Leider konnte seine Mannschaft die Balleroberungen nicht ausnutzen, zu oft wurde die falsche Entscheidung getroffen oder zu ungenau gespielt. Ein langer Ball stellte die Partie in der 32. Minute fast schon auf den Kopf. "Da arbeiten wir nicht richtig nach", ärgerte sich der 52-Jährige. Aus einer Halbchance heraus erzielte Martin Terrier (28) die Führung für die Werkself. "Wir stehen zu fünft da und gucken nur zu. Das darf nicht passieren."

FC St. Pauli und die Frage nach der (fehlenden) Qualität im Angriff
FC St. Pauli FC St. Pauli und die Frage nach der (fehlenden) Qualität im Angriff

Im Anschluss hatte St. Pauli durch Martijn Kaars (26) sogar noch die Chance zum Ausgleich, doch der Niederländer jagte den Ball aus wenigen Metern über den Querbalken. Und das war eben auch der Unterschied in den ersten 45 Minuten - Leverkusen machte aus Nichts ein Tor, die Kiezkicker aus viel keines.

FC St. Pauli bietet Bayer Leverkusen Paroli und bricht dann ein

Den Kiezkickern reichte eine gute Halbzeit in Leverkusen nicht zum Weiterkommen.
Den Kiezkickern reichte eine gute Halbzeit in Leverkusen nicht zum Weiterkommen.  © Federico Gambarini/dpa

Im zweiten Durchgang wollte die Blessin-Elf das Spiel offen halten, stellte sich beim zweiten Gegentreffer aber maximal ungeschickt an. Erst köpfte Tomoya Ando (27) unbedrängt zur Ecke, dann schlief die gesamte Defensive. "Zuerst müssen wir das besser klären, dann rücken wir nicht richtig raus. Das sind zwei sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unglückliche Tore", erklärte Blessin, der über das dritte schon gar nicht mehr reden wollte.

Am Ende musste sich der Trainer wieder die Frage nach der mangelnden Chancenverwertung und somit auch die Frage nach der fehlenden Qualität in der Offensive anhören müssen. "Ich bleibe dabei, wir haben die Chancen", machte er deutlich. Nur das alleine reicht eben nicht, schließlich muss der Ball auch ins gegnerische Tor.

Und wenn keiner der zehn Abschlüsse, so wie am Dienstag aufs gegnerische Gehäuse kommen, ist es eben schwer, einen Treffer zu erzielen. Da hilft es auch nicht, wenn man einer Champions-League-Mannschaft zumindest 45 Minuten lang Paroli bieten konnte. "Feine Nuancen machen den Unterschied im Torverteidigen. Da fressen wir zu billige Tore", meinte Blessin.

St.-Pauli-Blog: Kiezkicker müssen in Leverkusen auf ihren wichtigsten Spieler verzichten
FC St. Pauli St.-Pauli-Blog: Kiezkicker müssen in Leverkusen auf ihren wichtigsten Spieler verzichten

Der sich vor allem über den Leistungsabfall seines Teams im zweiten Durchgang Gedanken machen muss. "Natürlich haben die auch Qualität, das kannst du nicht über 90 Minuten verteidigen", wusste er auch. Geschickter anstellen, kann man sich aber schon.

Titelfoto: IMAGO / DeFodi Images

Mehr zum Thema FC St. Pauli: