FC St. Pauli: Oladapo Afolayan spricht über seine Zukunft, sein Trainer schweigt
Hamburg - Wie geht es für ihn weiter? Oladapo Afolayan (28) gilt beim FC St. Pauli als Verkaufskandidat in diesem Winter. Nach dem Test gegen Werder Bremen sprach der Engländer offen über seine Zukunft, sein Trainer schwieg lieber.
Auf diesen Moment musste Afolayan lange warten. Endlich durfte er mal wieder in einem Spiel der Kiezkicker eine Halbzeit lang spielen. "Sehr schön" nannte er das Gefühl. In einer schwachen, zweiten Hälfte gehörte der 28-Jährige noch zu den auffälligsten Spielern auf dem Rasen.
"Ich bin bereit und trainiere, das ist Fußball. Du musst immer hart trainieren und bereit sein für jede Chance, die sich bietet", sagte er zu seiner Rolle. Ende des vergangenen Jahres hatte es Afolayan fünfmal gar nicht mehr in den Kader geschafft - aus sportlichen Gründen, wie es hieß.
"Eine Sache, die niemand abstreiten kann, ist, dass ich, egal wo ich bin, alles gebe und versuche, dem Team zu helfen", stellte er klar. "Egal wo, ich gebe immer 100 Prozent und ich werde alles geben, dem Team zu helfen."
Entgegen der Vergangenheit stellte er sich am Sonntag in den Dienst der Mannschaft, zeigte aber auch Verständnis für die vergangenen Wochen. "Wir haben einen großen Kader, also können natürlich nicht alle spielen, und wenn man raus ist, muss man bereit sein."
Afolayan scheint um seinen Platz kämpfen zu wollen. "Ich habe ein paar Monate nicht gespielt, aber ich fühle mich immer noch so, als könnte ich performen und dem Team helfen", erklärte er in seiner selbstbewussten Art. "Manche Dinge und Entscheidungen liegen nicht in meiner Hand, das muss man respektieren und weitermachen. Wenn ich gerufen werde, gebe ich mein Bestes."
FC St. Pauli: Trainer Alexander Blessin will nicht über Oladapo Afolayan sprechen
So wie er es eben auch am Sonntag getan hatte. Was bei der sportlichen Führung nicht unbemerkt blieb - zumindest bei einer Person. Denn Trainer Alexander Blessin (52) rollte, auf ihn angesprochen, nur mit den Augen und verweigerte eine Antwort.
Sportchef Andreas Bornemann (56) wurde da schon deutlicher. "Weder im Training noch im Spiel, wenn er wie gegen Bremen seine Minuten bekommt, ist ein Spannungsabfall erkennbar", gab er an und nahm Bezug auf die sportliche Situation des Engländers.
Aufgrund der Systemumstellung sind seine Eigenschaften nicht mehr so gefragt wie noch zuvor. Selbst Danel Sinani (28) oder Connor Metcalfe (26) hätten ihre Probleme, da sie "ein anderes Profil für das, was wir machen wollen", hätten. Entsprechend eng werde es eben für Afolayan, so Bornemann.
Klar ist aber auch, dass sich beide Seiten Gedanken über die Zukunft machen. "Dass er diese Rolle jetzt nicht mit großer Freude und Entzückung annimmt und sich natürlich auch seine Gedanken macht in Richtung Perspektive, ist verständlich", wusste auch der Sportchef, der lose Anfragen, aber keine konkreten Angebote bestätigte. Spätestens im Sommer, wenn der Vertrag von Afolayan ausläuft, dürfte es zur Trennung kommen.
Titelfoto: WITTERS

