FC St. Pauli startet die große Sause mit Papp-Schale: "Dieses Jahr das beste Team"

Wiesbaden - Die Party geht weiter! Der FC St. Pauli musste bei der provisorischen Meisterfeier in Wiesbaden mit einer Schale aus Pappe vorlieb nehmen, das Original gibt es erst am Montag bei der großen Aufstiegsfeier auf dem Spielbudenplatz.

Kapitän Jackson Irvine (31) hält eine Meisterschale aus Pappe in der Hand.
Kapitän Jackson Irvine (31) hält eine Meisterschale aus Pappe in der Hand.  © Imago / Eibner

"Ich weiß nicht, was in den nächsten 48 Stunden passiert", stellte Kapitän Jackson Irvine (31) nach dem 2:1-Auswärtserfolg beim SV Wehen Wiesbaden klar. Es dürfte aber deutlich ausufernder als in der Vorwoche zugehen, schließlich ist die Saison jetzt zu Ende.

Im letzten Spiel mussten die Kiezkicker allerdings lange um den Zweitliga-Titel kämpfen. Wiesbaden, das noch um die Relegation kämpfte, erwies sich als hartnäckiger Gegner und bereitete den Braun-Weißen so manche Probleme.

"Das Spiel ist ein Spiegelbild der gesamten Saison", fasste Trainer Fabian Hürzeler (31) kurz zusammen.

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"Wir sind sehr dominant aufgetreten, wir haben sehr strukturiert Fußball gespielt und haben die Widerstände mit dem Rückstand, der ein bisschen aus dem Nichts kam, angenommen." Franko Kovacevic (24) hatte den Außenseiter nach zehn Minuten per Kopf in Führung gebracht.

St. Pauli blieb sich allerdings treu und durfte sich am Ende ausgerechnet bei zwei Akteuren bedanken, die in der gesamten Saison kaum eine Rolle gespielt hatten. "Zwei Spieler, die bei mir nicht wirklich viel gespielt haben, die sich aber immer dem Erfolg des Teams und Vereins untergeordnet haben, machen dann die Tore", spielte der 31-Jährige auf die Treffer von Andreas Albers (34) und Danel Sinani (27) an.

Der FC St. Pauli feiert in der Kabine mit Papp-Schale die Meisterschaft

FC St. Pauli setzte sich vor der Saison das Ziel "Meisterschaft"

Trainer Fabian Hürzeler (31) freute sich über die Meisterschaft.
Trainer Fabian Hürzeler (31) freute sich über die Meisterschaft.  © Heiko Becker/dpa

Das Joker-Duo sicherte St. Pauli damit die Meisterschaft, deren Bedeutung Hürzeler zunächst nicht bewusst war. "Während und auch nach dem Spiel ist sie mir aber extrem bewusst geworden", gab er zu. "Ich freue mich für die Mannschaft, den Verein und unsere Fans, die uns nicht nur heute, sondern die komplette Saison extrem supportet haben."

Glaubt man den Worten von seinem Kapitän war aber genau der Zweitliga-Titel das Saisonziel. "Wir haben uns am ersten Tag hingesetzt und gesagt, dass wir nicht nur aufsteigen, sondern auch Meister werden wollen", erklärte Irvine. "Wir haben uns das Level gesetzt und haben uns jeden Tag gesagt, das wir das Level erreichen müssen."

Die Meisterschaft sei letztlich eine Auszeichnung gewesen und das Ergebnis harter Arbeit gewesen, so der Australier. Während der Partie in Wiesbaden sei das Team nicht über den Zwischenstand von Holstein Kiel in Hannover informiert gewesen. "Irgendjemand sagte in der Pause, dass wir unser Spiel gewinnen müssen", sagte er allerdings. Denn Holstein führte bei 96 zur Pause bereits mit 2:0 und gewann am Ende mit 2:1.

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Für die Kiezkicker war dies zusätzliche Motivation für die zweiten 45 Minuten. Denn das große Ziel war die Meisterschale. "Das wollten wir auch und wir haben es als Gruppe geschafft", freute sich Irvine. "Deshalb sind wir dieses Jahr auch das beste Team." Und das kann sich am Montag dann auch über die Original-Schale freuen und gemeinsam mit rund 50.000 Fans, die erwartet werden, feiern.

Titelfoto: Imago / Eibner

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