FC-St-Pauli-Trainer Schultz will das Ruder rumreißen

Hamburg - Der Frust über die verpatzte Hinrunde ist beim FC St. Pauli ebenso groß wie die Hoffnung, es nach der WM- und Winterpause besser zu machen.

Trainer Timo Schultz (45) ist von seinen Kiezkickern überzeugt.
Trainer Timo Schultz (45) ist von seinen Kiezkickern überzeugt.  © Marcus Brandt/dpa

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das Ruder rumreißen und eine gute Rückrunde mit mehr Punkten spielen. Wir kennen die Stellschrauben", sagte Cheftrainer Timo Schultz (45) am Dienstag in einer Medienrunde in Hamburg.

Sportchef Andreas Bornemann (51) vermied zwar eine absolute Rückendeckung für den 45-jährigen, betonte aber: "Wir sind mittendrin, gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen."

Mit nur 17 Punkten und Tabellenplatz 15 ist die erste Saisonhälfte für den Fast-Aufsteiger der vergangenen Serie zur absoluten Unzufriedenheit verlaufen. Das Tabellenende ist nur einen Zähler entfernt. "Keiner von uns ist zufrieden oder kann es nur ansatzweise sein", sagte Bornemann.

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Für den Sportchef steht fest, dass der Abwärtstrend aus der zweiten Hälfte der Spielzeit 2021/22 mit in die neue Saison genommen wurde.

Auffällig ist vor allem die Auswärtsschwäche der Kiezkicker. In dieser Teilwertung sind die Hanseaten mit nur drei Punkten sogar Letzter. "Das müssen wir in den Griff bekommen. Wir brauchen auch einmal eine Serie", sagte Schultz.

Schaut sich der FC St. Pauli auf dem Transfermarkt um?

Johannes Eggestein (24, l.) sei laut Trainer einer der besten Zweitligaspieler.
Johannes Eggestein (24, l.) sei laut Trainer einer der besten Zweitligaspieler.  © Christian Charisius/dpa

Der Coach ist in jedem Fall vom Potenzial seines Teams überzeugt: "Die Mannschaft lebt, ist intakt und hat Bock", sagte er. Das gelte auch für die zuletzt gescholtenen und unzuverlässig abliefernden Angreifer. "Sie haben alle ihre Skills, die sie einbringen können", sagte Schultz.

Der bislang fünfmal erfolgreiche Johannes Eggestein (24) beispielsweise sei "in der Box einer der besten Zweitligaspieler – mit dem Kopf und beiden Füßen".

Alle Überzeugung hält die Verantwortlichen am Millerntor aber nicht davon ab, auf dem Transfermarkt nach Verstärkungen zu suchen. Es gebe aber "keine Garantie", dass Neuverpflichtungen mit Erfolg gleichgesetzt werden könnten, betonte Bornemann.

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Außer im Sturm könnte auch in der Innenverteidigung noch einmal nachgelegt werden. Dort sind die eigentlich gesetzten Akteure Jakov Medic (24, Schulter) und David Nemeth (21, Schambein) derzeit außer Gefecht. Während mit der Rückkehr von "Blackbox" Nemeth (Bornemann) kurzfristig nicht zu rechnen sei, könne Medic bei günstigem Heilungsverlauf schon im Januar wieder zur Verfügung stehen.

Entgegen kommt dem Team in jedem Fall die Pause wegen der WM in Katar. "Wir haben eine deutlich längere Vorbereitung als im Sommer. Das ist gut", sagte Schultz. Der Neustart in die Saison erfolgt mit dem Trainingsauftakt am 9. Dezember. Das erste Testspiel ist für den 21. Dezember terminiert. Am 2. Januar geht es gemeinsam mit Werder Bremen ins Trainingslager ins spanische Benidorm.

Die Rückrunde startet dann am 29. Januar mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg. Dann wird sich zeigen, ob die "felsenfeste Überzeugung" des Trainers auch in der Realität ihre Gültigkeit hat.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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