FC St. Pauli: Von dieser Person erhält St. Paulis Trainer keine Glückwünsche zum Sieg

Hamburg - Die Erleichterung war riesengroß! Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg konnte St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) nach dem 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart am Samstag erstmals wieder Glückwünsche entgegennehmen. Wobei, von einer Person bleiben sie wohl aus.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) nahm am Samstag nicht nur lobende Worte über die Leistung seiner Mannschaft entgegen, sondern erstmals auch wieder Glückwünsche zu einem Sieg.
St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) nahm am Samstag nicht nur lobende Worte über die Leistung seiner Mannschaft entgegen, sondern erstmals auch wieder Glückwünsche zu einem Sieg.  © WITTERS

Blessin selbst ist gebürtiger Stuttgarter, spielte jahrelang beim VfB, sein Bruder ist glühender Anhänger. Mit familieninternen Glückwünschen rechnete der 52-Jährige nach dem Sieg entsprechend weniger. "Wahrscheinlich nicht", antwortete er auf die Frage, ob sein Bruder schon gratuliert habe.

Ganz anders Stuttgarts Coach Sebastian Hoeneß (43), der nicht nur fair gratulierte, sondern auch von einem verdienten Erfolg der Boys in Brown sprach. Blessin nahm erstens dankend an und wollte zweitens auch nicht groß widersprechen. Sein Team hatte sich erstmals seit Wochen für eine starke Leistung belohnt und sich damit auch eindrucksvoll im Abstiegskampf zurückgemeldet.

"Vor allem die erste Halbzeit war richtig gut", urteilte er. St. Pauli war aggressiv in den Zweikämpfen und erspielte sich mehrere gute Torchancen. Das 1:0 zur Pause war aus Sicht der Schwaben fast schon schmeichelhaft.

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Nach dem Seitenwechsel und dem zweiten Treffer deutete nicht mehr viel auf ein Comeback der Gäste hin, zu souverän traten die Kiezkicker an diesem Samstag auf. Doch mit zunehmender Spieldauer merkte man auch ihnen einen gewissen Kräfteverschleiß an. Das Problem: Die Auswechselbank war durch zahlreiche Ausfälle dünn besetzt.

Personalprobleme lassen den FC St. Pauli noch mehr zusammenrücken

Nach der Partie feierten die Kiezkicker gemeinsam mit den Fans den langersehnten Dreier.
Nach der Partie feierten die Kiezkicker gemeinsam mit den Fans den langersehnten Dreier.  © Christian Charisius/dpa

So biss unter anderem Kapitän Jackson Irvine (32) bis zum Spielende auf die Zähne, obwohl er eigentlich nur für 45 Minuten eingeplant war. "Ich nehme nicht oft jemanden raus, aber heute muss ich es machen", lobte Blessin seinen Captain.

Die Personalprobleme führten im Vorfeld allerdings dazu, dass das Team noch mehr zusammenrückte, wie der FCSP-Coach anmerkte. "Wir wissen, dass jeder gebraucht wird und wir immer die 100 Prozent am Anschlag bringen müssen, um Punkte zu holen." Da half kein Lamentieren, sondern ein Annehmen der Situation.

Hinzu kam der überragende Support von den Fans. "Jedes Tackling wurde beklatscht", freute sich Blessin. "Da ist mir das Herz aufgegangen."

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Durch den Sieg rückte St. Pauli wieder auf zwei Punkte an den Relegationsrang und an das rettende Ufer heran. "Wir wissen, dass wir noch 13 Endspiele haben und dieses Level zeigen müssen, um weiter Punkte zu holen", forderte der 52-Jährige. Im Gegensatz zur Konkurrenz hatten die Kiezkicker mit neun Niederlagen am Stück schon ihre Negativserie. "Wir sehen, dass andere Mannschaften auch ihre Probleme haben", merkte er an. Vielleicht gelingt ja am kommenden Spieltag bei Bayer Leverkusen die nächste Überraschung.

Titelfoto: WITTERS

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