Heidenheim - Jetzt wird es ganz schwer! Der FC St. Pauli kann sich nach der 0:2-Niederlage beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim den direkten Klassenerhalt abschminken. Durch die Pleite gerät selbst der Relegationsplatz immer mehr in Gefahr.
Vor dem Anpfiff war es in der ausverkauften Voith-Arena ruhig geworden. Es gab eine Gedenkminute für Roger Prinzen (†57), den Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Heidenheimer, der am 13. April unerwartet verstorben war.
Lange blieb es aber nicht still. "Das Spiel startet mit einem Ballverlust im Zentrum denkbar schlecht für uns. Eigentlich hatten wir darauf hingewiesen, dass wir diesen Raum besser schützen müssen, wenn wir Bälle dorthin spielen", ärgerte sich Trainer Alexander Blessin nach der Partie. Denn aus dem Ballverlust mündete die Chance der Heidenheimer durch Eren Dinkci, die Nikola Vasilj noch zur Ecke klären konnte (2. Minute).
Doch daraus resultierte der frühe Gegentreffer durch Budu Zivzivadze (3.) - dem schnellsten Heidenheimer Tor in der dreijährigen Bundesliga-Geschichte.
"Bei der Ecke selbst haben wir eine schlechte Zuordnung. Dieser schlechte Start macht etwas mit einer Mannschaft", wusste auch Blessin.
St. Pauli brauchte etwas, bis der frühe Rückstand verdaut war. Nach vorne leisteten sich die Kiezkicker zunächst zu viele Abspielfehler. Als es dann einmal schnell ging, war Andréas Hountondji frei durch, scheiterte jedoch stark an Diant Ramaj (24.).
Ansonsten war es alles andere als ein Chancenfestival, beide Teams versuchten ihr Glück mit langen Bällen, die selten ihr Ziel fanden. Mit zunehmender Spieldauer konnte St. Pauli das Spiel aber immer mehr in die Heidenheimer Hälfte verlagern, es fehlte aber noch an der zündenden Idee.
Bis auf einen Pyrka-Schuss in der Nachspielzeit war es deutlich zu wenig im ersten Durchgang aus Sicht der Gäste. Trainer Alexander Blessin reagierte und brachte nach dem Seitenwechsel Eric Smith und Martijn Kaars für Mathias Rasmussen und Joel-Chima Fujita.
St. Paulis Offensivprobleme werden deutlich, Eren Dinkci macht den Deckel drauf
Der Plan schien aufzugehen, St. Pauli kontrollierte das Geschehen und hatte durch Danel Sinani (49.) und Hountondji (53.) zwei gute Chancen.
Danach war die Luft aber auch schon wieder raus, Heidenheim konnte sich wieder vermehrt befreien. Die Kiezkicker mussten nun mehr riskieren, um doch noch irgendwie zum Ausgleich zu kommen. Statt dem 1:1 fiel allerdings das 0:2.
Nach einem Eckball der Kiezkicker reagierte Heidenheim blitzschnell, Ramaj schickte Dinkci, der Smith alt aussiehen ließ und ins lange Eck vollendete - das 2:0 war die Entscheidung in der 82. Minute!
"Wir waren aber einfach nicht gut im Spiel und haben uns nicht gewehrt, wie es sich gehört. Deshalb haben wir das zweite Tor nach einem Konter gefressen", zeigte sich Blessin frustriert. Am Ende war es auch der Schlusspunkt, denn von den Gästen kam nichts mehr, stattdessen brachten die Hausherren den Erfolg über die Zeit.
Durch den Sieg im 50. Bundesliga-Heimspiel hielt sich der FCH die Chance auf den Relegationsrang am Leben. Der Rückstand auf St. Pauli beträgt nun nur noch vier Zähler. Beide Teams profitierten zudem vom torlosen Remis zwischen Wolfsburg und Gladbach.
Die Niederlage hat für St. Pauli drastische Folgen. Der Vorsprung auf den Letzten Heidenheim ist auf vier Zähler geschrumpft, Wolfsburg, das 0:0 gegen Gladbach spielte, ist nur noch einen Punkt weg. "Wir müssen uns jetzt schütteln und dann geht es nächste Woche weiter", forderte Blessin mit Blick auf das Heimspiel gegen Mainz 05.
Erstmeldung, 25. April, 17.27 Uhr; aktualisiert um 19.38 Uhr.
Die Statistik zum Bundesliga-Abstiegskrimi zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC St. Pauli
Bundesliga, 31. Spieltag
1. FC Heidenheim- FC St. Pauli 2:0 (1:0)
1. FC Heidenheim: Ramaj - Busch, P. Mainka, Föhrenbach, Behrens - Schöppner - Dorsch (85. Niehues) - Dinkci (90. Conteh), Beck (56. Kerber) - Zivzivadze (90. Schirmer), Pieringer (90. Ibrahimovic)
FC St. Pauli: Vasilj - Ando, Wahl, Mets - Saliakas (63. Ritzka), Rasmussen (46. Smith), Irvine, Pyrka - Sinani (88. Metcalfe), Fujita (46. Kaars) - A. Hountondji (63. Ceesay)
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Zivzivadze (3.), 2:0 Dinkci (82.)
Gelbe Karten: - / Kaars (2)