Hamburg - Ist das schon eine handfeste Krise? Der FC St. Pauli hat das Traditionsduell gegen den 1. FC Kaiserslautern am heimischen Millerntor mit 1:2 verloren.
Dabei war den Hamburgern in der Anfangsphase anzumerken, dass sie das Peinlich-Aus bei Rot-Weiss Essen im DFB-Pokal vergessen machen wollten. Die Rapp-Elf setzte auf hohes Pressing und schnelles Umschalten, war zunächst die deutlich aktivere Mannschaft.
Nachdem Mathias Rasmussen in der neunten Minute den ersten Abschluss für die Braun-Weißen abgeben hatte, war es kurz darauf Louis Oppie, der die erste richtig gefährliche Aktion hatte: Seinen Flachschuss parierte FCK-Keeper Julian Krahl stark (17. Minute).
Von den Roten Teufeln kam zunächst wenig bis gar nichts - und trotzdem gingen sie in Führung! Erencan Yardimci stand bei einem Abschluss von Semih Sahin im Weg, nahm die Kugel aber mit Glück perfekt mit und schob dann zum 0:1 ein - Keeper Ben Voll war schon in die andere Ecke unterwegs gewesen (29.).
Der Rückstand war ein Wirkungstreffer für den FCSP, der einen Moment brauchte, um sich zu schütteln. FCK-Kapitän Marlon Ritter vergab eine weitere Chance (37.). Auf der anderen Seite hatte Branimir Hrgota noch einen Abschluss, der Krahl aber nicht vor große Probleme stellte (39.).
St. Pauli gegen Kaiserslautern: Tor von Ceesay für die Kiezkicker zu wenig
Der zweite Abschnitt begann dann mit einem Knall! Der gerade erst eingewechselte Thierry Tazemeta konnte sich viel zu einfach gegen zwei Kiezkicker durchsetzen und nach gerade einmal 35 Sekunden zum 2:0 für Lautern vollstrecken. "Wir bekommen Tore, bei denen ich selbst nicht weiß, wie das geht", sagte Kapitän David Nemeth nach Abpfiff zu der Szene.
Das Millerntor verstummte kurzzeitig, allerdings nur für zehn Minuten: Nach einem starken Einsatz von Taichi Hara stand der ebenfalls gerade erst eingewechselte Abdoulie Ceesay im Fünfer goldrichtig und drückte die Kugel zum Anschlusstreffer über die Linie (56.).
Plötzlich war wieder Spannung drin!
In der Folge entwickelte sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch. Während die Gäste auf ihre Chance zur Entscheidung lauerten, stemmten sich die Hausherren mit lautstarker Unterstützung des Publikums gegen die drohende Niederlage. Krahl musste zweimal gegen Hrgota entschärfen (77./82.), Oppie zielte knapp daneben (84.).
Die Schlussminuten brachen an und die Hamburger versuchten noch einmal alles - doch ohne Erfolg. So mussten die St.-Pauli-Fans nach dem Pokal-Aus gleich die nächste Enttäuschung hinnehmen.
Statistik zum Zweitliga-Duell zwischen St. Pauli und Kaiserslautern
FC St. Pauli - 1. FC Kaiserslautern 1:2 (0:1)
St. Pauli: Voll - Nemeth, Mathisen (55. Metcalfe), Ando - Pyrka, Rasmussen, Smith, Oppie - Hrgota - Kaars (55. Ceesay), Hara (83. Niang)
Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Gyamfi (84. Frees), J. Rasmussen - Joly, S. Sahin, F. Kunze (71. Robinson), Haas, Kanaté (68. Berisha), Ritter (68. Sauer) - Yardimci (46. Tazemeta)
Schiedsrichter: Eric Weisbach (Halle)
Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Yardimci (29.), 0:2 Tazemeta (46.), 1:2 Ceesay (56.)
Gelbe Karten: Nemeth (1), Mathisen (1), Ando (1) / Rasmussen (1), Kunze (1), Kanaté (2), Sauer (1)
Tabelle 2. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
1. FC Nürnberg | 3 | 11:3 | 9 | |
| 2 |
|
Hertha BSC | 3 | 10:4 | 9 | |
| 3 |
|
VfL Wolfsburg | 3 | 6:2 | 7 | |
| 4 |
|
1. FC Heidenheim | 3 | 10:10 | 6 | |
| 5 |
|
1. FC Magdeburg | 3 | 6:6 | 6 | |
| 6 |
|
1. FC Kaiserslautern | 3 | 2:1 | 5 | |
| 7 |
|
SpVgg Greuther Fürth | 3 | 7:8 | 4 | |
| 8 |
|
Karlsruher SC | 3 | 4:6 | 4 | |
| 9 |
|
Eintracht Braunschweig | 3 | 9:7 | 3 | |
| 10 |
|
Arminia Bielefeld | 3 | 5:6 | 3 | |
| 11 |
|
VfL Bochum 1848 | 3 | 1:2 | 3 | |
| 12 |
|
FC Energie Cottbus | 3 | 6:8 | 3 | |
| 13 |
|
Hannover 96 | 3 | 2:4 | 3 | |
| 14 |
|
VfL Osnabrück | 3 | 4:7 | 3 | |
| 15 |
|
SG Dynamo Dresden | 3 | 4:8 | 3 | |
| 16 |
|
FC St. Pauli | 3 | 4:5 | 2 | |
| 17 |
|
Holstein Kiel | 3 | 4:6 | 2 | |
| 18 |
|
SV Darmstadt 98 | 3 | 2:4 | 1 | |
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.