St.-Pauli-Angreifer Martijn Kaars trifft ungewöhnliche Elfmeter-Entscheidung

Hamburg - Er hatte die Nerven! Martijn Kaars (26) hat mit seinem Elfmetertor in der Nachspielzeit dem FC St. Pauli einen hochverdienten Punkt gegen RB Leipzig gerettet. Im Anschluss verblüffte er mit einer Aussage.

St. Paulis Angreifer Martijn Kaars (26, l.) wurde in der Nachspielzeit rüde von David Raum (27) zu Fall gebracht.  © WITTERS

Es lief bereits die Nachspielzeit, als der große Auftritt von Martijn Kaars folgte. Zunächst war der Niederländer nach einem Pass von Mathias Rasmussen (28) im Strafraum unglücklich, aber rüde von RB-Kapitän David Raum (27) zu Fall gebracht worden, anschließend schnappte er sich direkt den Ball.

"Wir haben schon in Dortmund einen Elfmeter-Moment gehabt, da wollte ich auch schießen", erklärte Kaars, der kurz Kontakt mit Eric Smith (29) und Jackson Irvine (32) hatte. "Es gab keine Diskussionen."

Ähnlich sah es auch Trainer Alexander Blessin (52). "Wir haben schon ein paar Spieler, die vorrangig sind, von daher war es schon klar, dass sich Martijn den Ball schnappt", gab er an.

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Was folgte, war die pure Nervenstärke von Kaars, der noch einen Augenblick warten musste, weil der VAR den "klaren Elfmeter für mich" noch einmal checkte. Der 26-Jährige wählte von sich aus die linke Ecke, RB-Keeper Péter Gulácsi (35) war zwar noch dran, der Ball schlug aber ein und sorgte für eine ausgelassene Stimmung am Millerntor.

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Kaars trat an und verwandelte sicher zum späten Ausgleich. In welche Ecke er schießen würde, hatte er schon vor Wochen entschieden.  © WITTERS

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Der 26-Jährige jubelt ausgelassen über seinen späten Treffer.  © WITTERS

Die Entscheidung, in welche Ecke er schießen würde, hatte Kaars schon vor drei, vier Wochen getroffen. "Das mache ich immer sehr früh, so habe ich keinen Zweifel", erklärte er.

Für Kaars selbst startete das Nachholspiel gegen Leipzig von der Bank aus, nachdem er zuvor gegen den BVB und den HSV in der Startelf gestanden hatte. In beiden Partien konnte er jedoch kaum Akzente setzen, ganz im Gegensatz zu Ricky-Jade Jones (23), der mit seinem Tempo verblüffte.

"Ricky hat es auch gut gemacht, aber heute war es auch ein anderes Spiel als gegen den HSV", sagte Kaars und verwies auf den Platz, den die Offensive bekam und einen Gegner, der auch Fußballspielen wollte. Zudem habe "Ricky den Raum auch müde gemacht, sodass er mich gefoult hatte", sah Kaars die logische Konsequenz in der Spielweise der Kiezkicker. Der Rest ist Geschichte.

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Nach zuvor zwei Last-Minute-Pleiten holte St. Pauli endlich mal wieder einen Zähler und fährt mit breiter Brust zum FC Augsburg. "Wir haben das Hinspiel gewonnen und müssen dort alles geben, um die drei Punkte zu holen", machte Kaars deutlich. Dass es nicht einfach wird, hat der Sieg der Fuggerstädter am vergangenen Spieltag bei den Bayern gezeigt.

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